Machu Picchu: Im mystischen Inkareich

Beinah hätten wir uns den Machu Picchu gar nicht angesehen. So groß der Hype um die Sehenswürdigkeit Perus, wenn nicht sogar Südamerikas ist, so groß war schon fast unsere Abneigung, sich diesem Touristenspektakel anzuschließen. Im Nachhinein müssen wir sagen: Gut, dass wir da waren. Es war unglaublich beeindruckend!

Von Aguas Calientes zum Machu Picchu

Nach viertägiger Wanderung über den Salkantay Pass erreichten wir am späten Nachmittag Auguas Calientes und bezogen dort unser Hotel. Sehr früh gingen wir in unsere Betten. Nicht nur, weil wir erschöpft von den Wandertagen waren (waren wir natürlich), sondern auch, weil der nächste Morgen bereits vor 4 Uhr für uns startete.

Wir hatten uns dafür entschieden, den Berg zum Eingang vom Machu Picchu zu erklimmen und das Geld für die Busfahrt (immerhin 12US$ pro Strecke) zu sparen. So ging es für uns kurz nach 4 Uhr im Dunklen zum unteren Eingangstor des Machu Picchu. Vorbei an den bestimmt 150 Leuten, die um diese Uhrzeit schon für die Busse anstanden. Auch am ersten Eingangstor bildete sich bereits eine längere Schlange von Menschen, die darauf warteten, dass um 5 Uhr die Tore geöffnet würden.

Nachdem wir unser Ticket vorgezeigt hatten, stand uns nun ein Wettlauf mit der Zeit bevor. Bis 6 Uhr sollten wir am richtigen, oberen Eingang vom Machu Picchu sein, um dort unseren Guide zu treffen und eine Tour zu beginnen. Blieben uns also 50 Minuten, um die 400 Höhenmeter bis dahin zu überwinden. Gerade so kamen wir pünktlich oben an, völlig durchgeschwitzt und aus der Puste, um unseren Guide noch abzupassen.

Einstündige Tour am Machu Picchu

Der von unserer Wanderorganisation gestellte Guide führte uns zunächst zu den beliebtesten Fotostopps. Dort konnten wir einen Blick auf die große Inkaanlage erhaschen, ohne dass darin bereits hunderte Touristen herumstromerten. Die Wolken hatten sich pünktlich zum Foto kurz verzogen und gaben somit einen sensationellen Blick frei.

Machu Picchu am Morgen mit Nebel

Während die Wolkendecke sich daraufhin immer weiter um unser herum schloss, erfuhren wir, dass Machu Picchu vermutlich 1533 nach Ankunft der Spanier in Cusco verlassen wurde und danach über 400 Jahre zuwucherte. Erst 1911 wurden die vielen Gebäude vom Amerikaner Bingham wiederentdeckt. In der Version unseres Guides kamen die Amis nicht sehr gut bei weg, da sie wohl in den darauf folgenden Jahren alle Schätze (viel Gold und Silber) ausgruben und in die USA brachten.

Machu Picchu Steinmauern

Wir waren wirklich beeindruckt wie gut erhalten die über 600 Terrassen, Tempel und Gebäude noch sind. Das ist nicht selbstverständlich wenn man bedenkt, dass sie über 400 Jahre vom Dschungel begraben waren, auf einem steilen Berg liegen und in einem Gebiet, das regelmäßig von Erdbeben heimgesucht wird. Ein Grund dafür sind die vielen Terrassen. Diese sind aus unterschiedlichen Schichten aufgebaut und dienen als Entwässerungssystem für den vielen Regen, der hier jährlich fällt. Deshalb wurde die Stadt im Laufe der Jahrhunderte nicht einfach weggeschwemmt.

Machu Picchu Terrassen

In der Anlage selbst befinden sich Tempel, Wohnhäuser, ein Steinbruch und viele weitere Gebäude, deren Sinn nicht komplett geklärt wurde. Forscher sind sich noch immer nicht sicher, von wem und wofür die Stadt genutzt wurde. Es gibt Hinweise, dass die Adligen sie zur Meditation und Erholung zwischen den Kriegen nutzten. Aber bewiesen ist nichts. Umso mehr liefen unsere Hirne auf Hochtouren, als wir uns vorstellten wer hier gewohnt und wie das alltägliche Leben der Menschen wohl ausgesehen hatte.

Aufstieg zum Machu Picchu Mountain

Wir hatten uns vorher darum bemüht, ein sog. Kombiticket zu bekommen, mit dem wir auch auf den Machu Picchu Mountain aufsteigen könnten. Diese Tickets sind begrenzt und wir erhielten in der zweiten Gruppe (Aufstieg zwischen 9 und 10 Uhr) noch welche. Pünktlich um 9 Uhr begannen wir mit dem Besteigen der unzähligen, völlig unterschiedlich hohen Treppenstufen. Nach den 400 Höhenmetern am frühen Morgen, erklommen wir nun weitere 600. Das war ziemlich anstrengend und verlangte unseren müden Wanderbeinen noch einmal alles ab.

Weg zum Machu Picchu Mountain

Als wir nach 75 Minuten endlich auf dem Gipfel des Machu Picchu Berges ankamen, hatten wir überhaupt keine Aussicht auf nichts. So aßen wir unsere letzten Snacks und erholten uns erst einmal von der anstrengenden Gipfelbesteigung. Zu unserem Glück klarten die Wolken schließlich auf. Die Meute stürmte an den Rand und es wurden tausende Fotos von Machu Picchu und dem gegenüberliegenden Berg Waynapicchu geschossen.

Blick vom Machu Picchu Mountain

Wir waren sehr glücklich, dass wir uns die zusätzlichen Meter noch angetan hatten, denn der Blick war einmalig! Auch auf dem Weg nach unten konnten wir nun immer wieder Blicke auf die riesige Inkastadt werfen und haben nun vermutlich Fotos von jedem nur erdenklichen Blickwinkel.

Zweite Runde Machu Picchu mit weniger Besuchern

Nachdem wir uns vom Auf- und Abstieg des Machu Picchu Mountain auf einer Wiese im schönsten Sonnenschein erholt hatten, begaben wir uns auf eine zweite Besichtigungstour des Geländes. Ganz entspannt schlenderten wir zwischen den Ruinen umher, schossen unsere Fotos und bestaunten die Arbeit der Inka.

Machu Picchu Ruinen im Nebel

Viele Touristen verlassen am frühen Nachmittag das Gelände, da sie ihren Zug zurück nach Cusco bekommen müssen. Es waren deutlich weniger Menschen vor Ort als noch am Vormittag und wir genossen die ruhigere Stimmung. Tatsächlich waren wir am letzten möglichen Tag im Machu Picchu, an dem man das Gelände noch selbstständig (ohne Guide) und den ganzen Tag erkunden kann. Ab dem 01.07.2017 gelten neue Bestimmungen, die wir in einem extra Beitrag mit allen Informationen rund um den Besuch beim Machu Picchu erläutert haben.

Schmerzhafter Abstieg und Platzregen

Auch den Rückweg nach Aguas Calientes wollten wir zu Fuß bestreiten und so machten wir uns gegen 15.30 Uhr auf zu den vielen Treppen nach unten. Hatten wir hier morgens wegen der Dunkelheit nichts sehen können, so nahmen wir dieses Mal den Weg und die Umgebung wahr. Allerdings schmerzten Knie und Füße nach dem vielen Auf- und Abgesteige (immerhin 1000 Höhenmeter hoch und wieder runter) doch sehr.

Als wir dann das eher flache letzte Stück nach Aguas Calientes angingen, öffnete der Himmel seine Schleusen. Wir waren bis auf die Unterwäsche durchnässt und hinterließen ordentliche Pfützen auf dem Weg zur Dusche in unserem Hotel. Was für ein Glück, dass es erst nach unserem Besuch des Machu Picchu so geregnet hatte! Da tat die heiße Dusche so richtig gut und die Wäscherei gegenüber sorgte innerhalb von 3 Stunden für saubere und trockene Klamotten.

Fazit zum Machu Picchu

Viele erzählten uns vorher, dass sie ein wenig enttäuscht vom Besuch waren, andere schwärmten davon. Wir können uns nun zur zweiten Kategorie der Schwärmer einordnen: wir fanden diese Ruinenstadt inmitten der Berge bezaubernd. Sich vorzustellen, wie die Inka hier damals gelebt haben, die Schönheit der Gebäude zu bewundern und anzuerkennen, welch großartige Architektur dahintersteckt. Toll, dass wir das alles mit eigenen Augen sehen konnten! Den Touristenströmen sind wir dadurch entkommen, dass wir zwischen 9 und 13 Uhr auf dem Machu Picchu Mountain waren und danach war es deutlich leerer.

Wie es ab Juli sein wird, wenn man das Gelände nur noch mit Guide und entweder vor- oder nachmittags besuchen darf, können wir nicht einschätzen. Alle wichtigen Informationen rund um den Machu Picchu, die du für deinen Besuch benötigst, haben wir in einem extra Beitrag zusammenfasst.

Machu Picchu Ruinen und Lama

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