Japanisches Essen: so viel zu Entdecken!

Die japanische Küche gilt als eine der besten der Welt und unterscheidet sich doch deutlich von allem, was wir so kennen. Weil wir viel ausprobiert haben, wollen wir diesem Thema einen eigenen Beitrag widmen. Taucht ein mit uns in die japanischen Kochtöpfe!

Essen gehen in Japan

Generell ist Essen gehen in Japan teurer als in Deutschland. In günstigen Restaurants kosten Hauptgerichte zwischen 12 und 25€. Dafür schmeckt es aber auch immer und überall, selbst die günstigen Varianten! Von Freunden hatten wir den Tipp bekommen, gute Restaurants lieber mittags zu besuchen, da es dann häufig günstigere Menüs gibt. Diesen Tipp können wir nur bestätigen.

Die erste Hürde in den Restaurants ist häufig die Speisekarte. Wenn es die nämlich nur mit japanischen Schriftzeichen gibt, wird die Essenswahl zur Glückslotterie. In vielen Restaurants gibt es daher bebilderte Karten, die bei der Wahl helfen. Etwas ganz Spezielles, was wir nirgendwo sonst so vorgefunden haben, waren die Schaufenster der japanischen Restaurants. Häufig werden dort nämlich die Gerichte in einer Plastikvariante zur Schau gestellt. Du kannst dir also schon vorher überlegen, welches Plastikgericht dich anspricht.

Japan Essen Speisekarte

In japanischen Restaurants ist es unüblich Trinkgeld zu geben. Angeblich kann es sogar passieren, dass dir ein Kellner hinterherrennt, um dir das Wechselgeld zu bringen. Dafür ist die Steuer (8%) manchmal im Preis enthalten und mal nicht. Das wird aber immer in der Karte angegeben. Der Bezahlvorgang läuft häufig so ab, dass die Rechnung schon mit dem Essen mitgeliefert wird und dann an einer separaten Kasse in der Nähe des Ausgangs bezahlt wird. Wie so vieles in Japan ist auch das Bezahlen sehr effizient.

Sushi

Das Essen, das vermutlich jeder mit Japan verbindet, ist Sushi. Franzi ist großer Fan und Matthias eher zurückhaltend was den rohen Fisch angeht. Dennoch wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen, in Japan Sushi zu essen. In Tokio haben wir uns im Itamae Sushi eine Sushiplatte geteilt und die Sachen waren wirklich köstlich.

Japan Essen Sushi Platte

Der Laden ist vor allem für seinen tollen Thunfisch bekannt, sodass wir uns zusätzlich auch eine Thunfisch-Avocado-Kombination bestellten. Und die war so gut, dass es als Nachtisch noch eine gab. Auch als wenig bewanderte Thunfischesser konnten wir die Qualität des Fisches schmecken.

Japan Essen Thunfisch und Avocado

Für das frischeste und vermutlich auch beste Sushi in Japan sind wir zum Tsukiji Fischmarkt gegangen. Dort wird jeden Morgen der in der Nacht gefangene Fisch verkauft und es gibt einige kleine Sushi-Restaurants, die diesen direkt zu den köstlichsten Kunstwerken verarbeiten. Wir sind eher durch Zufall im Daiwa gelandet, das aber anscheinend das beste Sushi-Restaurant am Tsukiji Fischmarkt ist. In der Regel gibt es keine Karte, sondern man bestellt ein Menü. Wir haben also die Chef’s Choice bestellt und das bekommen, was der Sushichef heute so auf dem Fischmarkt gekauft hat. So kamen wir unter anderem in den Genuss eines Seeigel-Nigiris. Eine Erfahrung der ganz anderen Art 😉

Japan Essen Sushi

Udonnudeln

Nudeln sind in Japan nicht gleich Nudeln und eine ganz neue Form lernten wir schon zu Beginn unserer Reise kennen: die Udonnudeln. Diese sehr dicken Nudeln sind oft ewig lang und können kalt oder warm gegessen werden. Sie sind entweder schon in der Suppe mit drin oder werden zur Suppe serviert und können dann hineingetunkt werden. Und sicher gibt es noch tausend andere Arten, diese Nudeln zu essen.

Japan Essen Udon

Ramen

Gleich an unserem ersten Tag in Tokio wurden wir darüber aufgeklärt, dass Ramen ein chinesisches Gericht sei. Auch wenn dem so ist, wird es in Japan häufig und in verschiedenen Variationen angeboten. Fast überall finden sich kleine Ramen-Restaurants. In der Regel kannst du dir aussuchen, ob du die Ramen in einer Hühner-, Rinder- oder Fischbrühe essen möchtest. Bei den Beilagen hast du auch Wahlmöglichkeiten und kannst so immer wieder neue Varianten probieren. Die Ramen-Restaurants waren für uns eine günstige Alternative zum sonst oft teuren Essen.

Eine Besonderheit im Hauptbahnhof in Tokio ist die sogenannte Ramen Street. Hier tummeln sich ungefähr zehn Ramen Restaurants nebeneinander und mittags musst du hier auch mal länger anstehen. Der Clou: Bestellt wird vor dem Restaurant an einem Automaten. Hier suchst du dir aus, welche Art der Brühe, Nudeln und sonstigen Zutaten du gerne hättest, bestellst noch ein Getränk und bezahlst direkt am Automaten. Dann erhältst du Wertbons, die du beim Betreten des Restaurants dem Platzzuweiser gibst. In der Regel hast du schon nach wenigen Minuten eine große dampfende Suppenschüssel vor dir stehen.

Japan Essen Ramen

Sukiyaki

In Kyoto sind wir durch Zufall in einem kleinen Restaurant gelandet, das sich auf Sukiyaki spezialisiert hatte. Wir bestellten übers iPad eine große Portion mit Lamm und waren gespannt, was uns nun erwarten würde. Zunächst wurden wir beide mit Schürzen versehen, diesen Service könnten wir öfter gebrauchen! Dann wurde der Kochtopf vor uns aufgebaut und darin jede Menge Essen getürmt. In Sojasauce brutzelten das Gemüse, die Sojasprossen und oben drauf garte das Lamm vor sich hin. Während wir dem ganzen Spektakel zusahen, lief uns schon das Wasser im Mund zusammen. Wir konnten es kaum erwarten, uns große Portionen auf den Teller zu tun. Laut Wikipedia ist Sukiyaki ein Eintopfgericht, wir hätten es eher als Grillvariante beschrieben. Aber egal, in welche Schublade es gesteckt wird – geschmeckt hat es hervorragend! Natürlich kannst du das alles auch mit anderen Fleischsorten oder vegetarisch bekommen. Du solltest es auf jeden Fall mal ausprobieren!

Japan Essen Sukiyaki

Nabe (Hot Pot)

Nabe wird im englischen oft Hot Pot genannt und ist ein bisschen wie eine japanische Art des Fondues. Hier wird in einer Brühe verschiedenes Gemüse oder Fleisch gegart. Es gibt unterschiedliche Formen des Nabe und die wohl bekannteste ist Shabu Shabu. Dabei werden dünne Rindfleischscheiben in einer Brühe mit Tofu, Pilzen und Gemüse gegart. Wir haben die Shabu Shabu Variante in unserem traditionellen Ryokan in Kinosakionsen ausprobiert und fanden es genial!

Japan Essen Nabe

Kobe Beef

Das weltberühmte Rindfleisch stammt von den in der Region um Kobe aufgezogenen Rindern und kann natürlich in Japan gegessen werden. Wir haben uns dafür ein Restaurant in Kobe selbst ausgesucht und mittags ein Menü gegessen. Wenn du mehr von dieser unfassbar leckeren Erfahrung lesen (und sehen) möchtest, kannst du das in unserem Beitrag zu Kobe nachlesen. Für alle anderen hier die Kurzform: es war saulecker! 🙂

Märkte

Fast jede japanische Stadt hat einen eigenen Markt, auf dem oft frisch zubereitetes Essen angeboten wird. Wir sind in Kyoto über den Nishiki Market geschlendert und haben uns durch die verschiedensten Stände probiert. Unser Highlight waren die Garnelenspieße. Allein die Auswahl an Essen hat uns begeistert und so haben wir viel mehr probiert, als unser Magen eigentlich zuließ. Beim Bummeln über japanische Märkte wirst du immer wieder Neues entdecken, sodass sich jeder Gang lohnt!

Kyoto Nishiki Markt

Kaufhäuser

In den Großstädten solltest du unbedingt auch in die Essensabteilungen der Kaufhäuser gehen. Meistens befinden die sich im Untergeschoss verteilt auf ein bis zwei Etagen. Hier findest du eine riesige Auswahl an Bentoboxen, Bäckereien und vor allem die herrlichsten Desserts überhaupt. Die detailverliebten Japaner verstehen es besonders gut, ihre süßen Köstlichkeiten zu präsentieren. Wir waren immer wieder überwältigt von den kleinen Kunstwerken und haben selten eine Dessertabteilung verlassen, ohne etwas zu kaufen.

Japan Essen Süßes

Matcha in allen Variationen

Matcha ist ein japanisches Wort, das übersetzt „gemahlener Tee“ bedeutet. In der Regel ist es gemahlener grüner Tee, der den so eigenen Matcha-Geschmack ausmacht. In Japan gibt es richtig viele Lebensmittel mit Matcha-Geschmack und wir haben die verschiedensten ausprobiert. Unser haushoher Favorit war dabei das Softeis mit der Kombi Vanille-Matcha. Zum Einen, weil das Softeis in Japan einfach genial war und zum Anderen, weil das pure Matcha uns nicht vom Hocker gehauen hat. Wir haben auch KitKat in der Matcha-Variante probiert, das konnte uns aber nicht so überzeugen.

Japan Essen Match

Bei uns ging die Liebe definitiv auch durch den Magen und die sensationelle Küche in Japan hat unsere Begeisterung für das Land nur noch verstärkt. Nach vielen Monaten in Ländern mit nicht ganz unbedenklicher Hygiene war es auch eine Wohltat, Leitungswasser zu trinken und ohne schlechtes Gewissen Street Food zu essen. Natürlich gab es bei der vielen Auswahl auch mal Dinge, die für uns eher befremdlich waren. Gerade die fermentierten Lebensmittel haben es uns weniger angetan. Insgesamt war Japan aber ein absolutes Essensparadies!

Hast du dich auch schon einmal quer durch die japanische Küche gefuttert? Haben wir eine wichtige Spezialität vergessen? Dann schreib es uns gerne in die Kommentare.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.