Boston: Großstadt-Schönheit an der Ostküste der USA

Für Franzi war es ein Nach-Hause-Kommen nach 10 Jahren, für Matthias war es das erste Mal, dass er die Ostküste der USA besuchen würde. Für uns beide war es eine wirklich tolle Zeit in dieser vielfältigen und so schönen Stadt. In Boston haben wir uns (wieder) unheimlich wohl gefühlt und die Sommertage in vollen Zügen genossen.

Boston Blick von Cambridge

Unsere Unterkunft in Boston

.. war ein absoluter Glücksfall! Im Oktober letztes Jahr hatten wir in Nepal auf der Wanderung im Himalaya Deana und Michael kennengelernt und waren mit ihnen zusammen acht Tage lang den Annapurna Circuit gewandert. Zehn Monate später konnten wir nun bei ihnen übernachten und hatten die bequemste Unterkunft der gesamten Reise – und das zum Freundschaftspreis von einem Essen. Wir sind in South Boston untergekommen und waren innerhalb weniger Minuten mit der T direkt im Zentrum der Stadt.

Öffentliche Verkehrsmittel in Boston

Boston ist eine der wenigen Großstädte in den USA, die wirklich gut zu Fuß erkundet werden kann. Außerdem gibt es hier ein tolll ausgebautes Nahverkehrssystem – die sogenannte T. Auf fünf verschiedenen Linien wird man (zumeist unter der Erde) kreuz und quer durch die Stadt befördert. Das System ist einfach und praktisch. Eine Einzelfahrt kostet 2,75$ und ist beliebig lang. Wir haben uns ein 7-Tages-Ticket gekauft, das nur 21,25$ kostet und sich damit auch schon für vier oder fünf Tage lohnt. Zudem gilt das Ticket nicht nur für die T sondern auch alle Busse in der Stadt.

Wenn du (so wie wir) in Boston am Flughafen ankommst, kannst du kostenlos mit der Silver Line der T in die Stadt fahren. Die Busse haben extra Gepäckfächer für Koffer und Rucksäcke und sind eine tolle Möglichkeit, einen Haufen Geld für ein Taxi zu sparen.

Sightseeing Highlights in Boston

In unseren sechs Tagen in der Stadt waren wir oft von morgens bis abends unterwegs und haben bei Sonnenschein die vielen schönen Ecken der Stadt erkundet. Und dennoch hätten wir uns noch so viel mehr ansehen können.

Rundblick vom Prudential Center Skywalk

In der 50. Etage des Prudential Center befindet sich der Skywalk, der einen 360° Rundblick auf die Stadt bietet. Der Eintritt liegt für Erwachsene bei 19$ und beinhaltet einen Audio Guide, der einem erklärt, welche Gebäude man da um sich herum so sieht. Der Ausblick ist wirklich fantastisch und die Informationen dazu interessant. Wir finden, dass man dadurch einen tollen Überblick über die Stadt bekommt und können dir nur empfehlen, das zu Beginn deines Aufenthalts in Boston zu machen.

Boston Blick vom Prudential Center

Die nette Ticketverkäuferin gab uns auch den Tipp, dass wir am Abend mit dem gleichen Ticket noch einmal wiederkommen könnten um die beleuchtete Skyline zu sehen. Tipp: Das Ticket muss dafür einmal abgestempelt werden. Das haben wir direkt umgesetzt und sind kurz vor der letzten Fahrstuhlfahrt (21.30 Uhr) noch einmal in die Höhe gefahren um die beleuchtete Innenstadt Bostons zu sehen.

Boston Blick vom Prudential Center nachts

Eine Schifffahrt durch den Hafen Bostons

Mehrfach täglich legen am Long Wharf (beim Boston Aquarium) die Schiffe für die 90-minütige Hafenrundfahrt ab. Während der Fahrt bekamen wir viele interessante Details zur Stadt erzählt, konnten die kleinen Inseln im äußeren Hafen sehen und die Boston Skyline vom Wasser aus betrachten. Wir waren überrascht, wie gut uns diese Rundfahrt gefallen hat. Wir haben uns sehr spontan dazu entschieden (an einem sonnigen Sonntag) und es war kein Problem, bei Boston Harbor Cruises noch Tickets (29$ pro Person) zu bekommen.

Boston Skyline vom Schiff

Entspannung im Boston Common und Public Garden

Inmitten der Innenstadt erstreckt sich unendlich viel Grün im Boston Common. Bei schönem Wetter werden die Wiesen von Sonnenanbetern erobert, der große Spielplatz am Frog Pond von den Kindern gestürmt und das Wasser für eine kleine Abkühlung genutzt. Nebenbei laufen hier so viele Eichhörnchen rum, dass du Stunden damit verbringen kannst, die niedlichen Tierchen zu beobachten.

Boston Public Garden

Nur durch eine Straße vom Boston Common getrennt, liegt der Public Garden mit seinem See in der Mitte. Dieser wird von kleinen Booten befahren. Genauso schön ist es aber, sich am Ufer in die Wiese zu legen, den Enten und Gänsen zuzusehen, der Musik im Hintergrund zu lauschen und diese grüne Oase im Herzen Bostons zu genießen.

Wissenschaft zum Anfassen im Museum of Science

Am Charles River im Norden liegt eines der spannendsten Museen der Stadt. Das Museum of Science bietet für Kleine und Große ganz viel Interessantes und das auf eine so interaktive Art und Weise, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Überall wird man aufgefordert, kleine Experimente auszuprobieren und kann viele Naturphänomene hautnah erleben. Als Matthias dann noch die Dinosaurierknochen in Originalgröße entdeckte, war er vollends begeistert.

Boston Museum of Science Dinosaurier

Im Museum kannst du locker einen ganzen Tag verbringen, solltest aber mindestens zwei bis drei Stunden einplanen. Wir haben uns die Lightning Show im Electricity Theater angesehen, bei der live Blitze erzeugt werden und viel zur Elektrizität erzählt wird. Das war schon sehr beeindruckend!

Boston Museum of Science Lightning Show

In der Ausstellung zum menschlichen Körper kann man an zehn verschiedenen Stationen Informationen über sich selbst sammeln (z.B. Wie effektiv läufst du?), die man selbst am Computer einsehen kann. Wir fanden das sehr faszinierend und haben uns immer wieder in die Schlangen zwischen die Kinder gestellt. Das Museum of Science ist ein wirklich außergewöhnliches Museum, da jede Ausstellung dafür ausgelegt ist, den Besucher einzubeziehen. Den Eintritt von 25$ für einen Erwachsenen fanden wir völlig angemessen.

Im Fenway Park ein Baseballspiel der Red Sox schauen

Boston ist bekannt für seine Sportteams und in allen wichtigen Ligen vertreten. Der älteste Ballpark der USA liegt nur einen Katzensprung vom Zentrum entfernt und beherbergt die Spiele der Boston Red Sox. Im Stadion werden Fenway Franks (Hot Dogs), Pommes und jede Menge Bier verkauft. Das alles natürlich zu saftigen Preisen (Bier 10$). Die Stimmung im Stadion ist wirklich klasse und wird durch Aktionen wie ein Dance Off in der Spielpause und Ähnliches getragen. Da wird das Baseballspiel fast zur Nebensache 😉 Wir konnten kurzfristig über stubhub noch Tickets für ein Spiel an einem Samstagabend bekommen, haben zwei Homeruns und einen Sieg der Red Sox gesehen. Perfekt gelaufen!

Boston Fenway Park

Im Boston Aquarium Pinguine, Fische und Seelöwen bestaunen

Im ehemals größten Fischtank der Welt tummeln sich so viele Meeresbewohner, dass wir ständig unsere Nase an der Scheibe platt drückten um auch nichts zu verpassen. Dort schwammen riesige Fische, Hammerhaie und große Schildkröten direkt neben uns vorbei. Der Tank ist in der Mitte des Aquariums platziert und Besucher können sich über vier Etagen ganz hoch arbeiten.

Boston Aquarium

Aber auch die anderen Aquarien und Ausstellungen bieten faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelt. Es gibt sogar einen Octopus, ein Tier das wir bisher noch nie gesehen hatten. Matthias konnte nach seinen Tauchgängen in Nicaragua sogar einige Fische wiedererkennen. Es war aber auch ein bisschen schräg, die Tiere hier eingesperrt zu sehen, wo wir in Nicaragua eben bei unseren Tauch- und Schnorchelerlebnissen die Fische noch in ihrem eigentlichen Lebensraum betrachtet hatten. Wir haben entschieden, dass wir das deutlich lieber mögen. Dennoch ist das Boston Aquarium sehr sehenswert, wenn auch mit einem Eintrittspreis von 28$ für Erwachsene nicht günstig.

Quincy Market und Faneuil Hall

Auf diesem großen Marktplatz steppt der Bär… oder es tanzt die Hip Hop Truppe aus New York. Hier ist immer was los und die Menschen strömen nur so an einem vorbei. Der Quincy Market ist eine Art riesiger Foodcourt, in dem es alles nur Erdenkliche zu essen gibt. Wir haben uns hier an mehreren Tagen eine Clam Chowder geteilt, für die Boston berühmt ist. Dabei handelt es sich um eine Muschelsuppe, die am besten in der Brotschüssel (ein Brotlaib in Schüsselform) gegessen wird. Das ist echt lecker und macht richtig satt.

Boston Clam Chowder

Aber auch um den Quincy Market herum gibt es viele Läden, sodass die Gegend für einen Einkaufsbummel optimal ist. Am einen Ende steht mit der Faneuil Hall zudem auch ein wichtiges historisches Gebäude, das 1742 errichtet wurde. Dieses Marktgebäude wurde in den Jahren vor der Boston Tea Party für Protestaktionen und Zusammenkünfte genutzt.

MIT und Harvard

Auf der anderen Seite des Charles River befindet sich Cambridge mit den berühmten Universitäten Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Harvard. Beide Unis haben zahlreiche Nobelpreisträger hervorgebracht, zählen zu den Elite-Unis der USA und sind weltweit bekannt. Wir schlenderten über den Campus vom MIT, waren architektonisch aber mehr von den Backsteingebäuden Harvards angetan.

Boston MIT

Noch einmal schwelgten wir in unserer Unizeit, dem Göttinger Campus, der Z-Mensa und den vielen damit verbundenen Erlebnissen. Ob die Studenten hier ein ähnliches Unileben führen?

Sonnen an der Esplanade

Das Ufer des Charles River auf der Höhe des Back Bay Viertels und des Boston Common wird Esplanade genannt. Hier sonnten wir uns auf einem Steg, genossen den Blick auf Cambridge und die Segelboote auf dem Fluss. Die Strecke ist beliebt bei Joggern und viele bringen ihre Hängematte mit und entspannen zwischen den Bäumen. So richtig voll wird es hier am 4. Juli, dem Nationalfeiertag, weil auf dem Fluss das große Feuerwerk zu sehen ist und in der Hatch Shell (einer Open Air Konzertmuschel) das Boston Pops Orchester spielt. Im Sommer gibt es hier viele Veranstaltungen und einige sogar kostenlos.

Boston Esplanade

Back Bay und Newbury Street

Eines der teuersten Wohnviertel in Boston ist das sogenannte Back Bay mit seinen Backsteinhäusern im viktorianischen Stil. Hier kannst du endlos durch die Straßen schlendern und findest an jeder Ecke ein neues Fotomotiv, das du unbedingt festhalten musst. Die bekannteste Straße in Back Bay ist die Newbury Street mit ihren schönen Boutiquen, edlen Restaurants und kleinen Läden zum Stöbern. Für unser Budget leider eine Ecke zu teuer, aber Gucken kostet ja nix.

Boston Back Bay Newbury Street

Den Harbor Walk entlang spazieren

Vorbei an Piers und immer den Bostoner Hafen im Blick liefen wir den Harbor Walk entlang. Insgesamt geht dieser über eine Strecke von 70 Kilometern bis hin zum Neponset River. Wir sind zur South Station gefahren und von dort den Weg bis zum Aquarium spaziert, das waren vermutlich eher ein bis zwei Kilometer 😉 Die blauen Zeichen helfen zur Orientierung und zwischendurch stehen immer wieder Informationstafeln mit Hinweisen zur Geschichte des Hafens oder der Stadt. Ein toller Spaziergang!

Boston Harbor Walk

Financial District und Rose Kennedy Greenway

Häufig sind die Finanzviertel in Großstädten wenig anschauliche Betonansammlungen. Anders in Boston! Auch hier stehen viele Wolkenkratzer herum um die ganzen Büros zu beherbergen. Aber inmitten der Wolkenkratzer finden sich immer wieder schöne historische Gebäude und der Rose Kennedy Greenway. Dieser längliche Park führt einmal quer durch den Financial District und lädt zum Ausruhen auf der Wiese ein. Vor 15 Jahren ging an dieser Stelle noch ein riesiger, hässlicher Highway quer durch die Stadt. Im Rahmen eines finanziellen Mega-Projektes (The Big Dig) wurde der Highway unter die Erde verlegt und an seiner Stelle kannst du heute im Rose Kennedy Greenway entspannt durch Grün schlendern und die Blicke auf die Stadt genießen.

Boston Financial District Rose Kennedy Greenway

Der Freedom Trail

Während wir die ersten Tage oft eher ziellos durch Boston geschlendert waren, folgten wir an unserem letzten Tag dem sogenannten Freedom Trail. Dieser führt an 16 bedeutenden historischen Gebäuden und Plätzen vorbei und verbindet diese in Form einer roten Linie auf dem Boden. Während dieses ungefähr vier Kilometer langen Spaziergangs lernten wir einige historische Fakten zur Gründung der Vereinigten Staaten und der großen Bedeutung von Boston dabei.

Boston Common State House

Der Spaziergang selbst ist kostenlos und einige der Gebäude konnten wir ebenfalls kostenlos besichtigen. Es gibt aber auch Museen, in denen ein Eintritt zwischen 2 und 8$ fällig wird. Startpunkt des Freedom Trail ist der Boston Common, zu dem man am einfachsten mit der T kommt und an der Station Park Street aussteigt.

Geld sparen mit dem Boston City Pass

Reisen in den USA ist teuer und das vor allem, wenn du dir viel ansehen möchtest. In Boston kannst du mit dem Boston City Pass richtig Geld sparen. Als Erwachsener zahlst du 56$ und kannst vier Top-Sehenswürdigkeiten besichtigen, für die du sonst deutlich mehr Eintritt zahlen müsstest. Enthalten im Pass sind:

  • Eintritt für Prudential Center Skywalk (sonst 19$)
  • Eintritt für das Boston Aquarium (sonst 28$)
  • Eintritt für das Museum of Science (sonst 25$)
  • Boston Harbor Cruise (sonst 29$) ODER Harvard Museum of Natural History (sonst 12$)

Der Pass kann online gekauft werden, aber auch an jeder der Attraktionen, die im Pass enthalten sind. Ein weiterer Vorteil, der in der Hauptreisezeit nicht zu vernachlässigen ist: du brauchst nicht anzustehen. Entweder kannst du direkt das Ticket im City Pass verwenden oder es gibt eine extra (und deswegen extra kurze) Warteschlange für die Inhaber des Boston City Pass. Wir haben durch den City Pass jeder 45$ gespart. Der Pass ist an neun aufeinanderfolgenden Tagen gültig und bietet damit genügend Zeit, sich alles in Ruhe anzusehen.

So viel erlebt in Boston

Während wir sonst eher in gemütlichem Tempo reisen und am Tag vielleicht eine Aktivität unternehmen, haben wir in Boston genau das Gegenteil gemacht. Zu kostbar schien es uns, Zeit für Video schneiden, Blogbeitrag schreiben oder Reiseplanung zu vergeuden. Wir haben die Stadt von allen Ecken aus gesehen und auch Franzi hat noch mal viel Neues entdecken können. Allerdings waren wir am Ende der Woche dann auch ziemlich platt! Doch Ausruhen stand erst Mal noch nicht auf dem Plan, denn als nächstes haben wir New York City erobert!

2 Kommentare zu “Boston: Großstadt-Schönheit an der Ostküste der USA

  1. Hi ihr zwei,

    ich habe mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken darüber gemacht, ob Boston wohl sehenswert ist oder nicht. Nach diesem fesselnden Artikel weiß ich nun, dass ich da auch mal hinsollte.
    Besonders der Skywalk und das Museum of Science haben es mir angetan. Ich finde es immer toll, wenn Museen viel Möglichkeiten zur Interakion bieten. Das habe ich bisher öfter im Ausland als hier bei uns in Deutschland erlebt.

    Liebe Grüße
    Gina

    1. Hallo Gina,

      Boston wir neben New York (zu Unrecht) oft links liegen gelassen und wir freuen uns, wenn wir dir die Stadt durch unseren Artikel ans Herz legen konnten! Das passende Video dazu gibt es jetzt auch bei YouTube 🙂

      Liebe Grüße aus Kuala Lumpur,
      Franzi & Matthias

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