San Pedro de Atacama: Wüste, Todes- und Mondtal

Kaum waren wir aus dem nassen Süden Chiles zurückgekehrt, ging es für uns nun in die nördlichste Region Chiles in die Atacamawüste. Hier regnet es so gut wie nie, es soll eine wundervolle Landschaft sein und damit erschien es uns als perfektes nächstes Ziel. Um eins vorwegzunehmen: es hat geregnet 😀 Aber das mit der wundervollen Landschaft stimmt wirklich!

Unsere Anreise nach San Pedro de Atacama

Von Santiago aus gibt es zwei Möglichkeiten: man kann einen Bus nehmen, der einen in 20 bis 24 Stunden nach San Pedro de Atacama fährt und zahlt für diese Fahrt 40 bis 50€. Wir bekamen Flugmeilen geschenkt und konnten daher spottbillig mit Latam nach Calama fliegen, dem nächstgelegenen Flughafen, der knapp 100 Kilometer nördlich von San Pedro de Atacama liegt. Die günstigste Flugalternative ist sonst Sky, die Flüge ab 45€ anbieten und daher eine tolle Alternative zur langen Busfahrt sind.

In Calama erlebten wir die bisher ungemütlichste Landung unserer Weltreise. Kurz vor dem Auftreffen auf der Landebahn geriet das Flugzeug noch mal so richtig in Schieflage, dass uns ziemlich mulmig wurde. Als wir aus der Ankunftshalle nach draußen kamen, sahen (und spürten) wir den Grund für die wackelige Landung: hier war ein ordentlicher Sturm zugange! Aufgrund der schlechten Wetterlage entschieden wir uns für ein Shuttle, das uns direkt zu unserem Hostel in San Pedro de Atacama fahren würde. Für 10.000 Pesos pro Person (14€) schunkelten wir gemütlich durch den Sandsturm und genossen die ersten Ausblicke auf die Atacamawüste.

Unsere Unterkunft in San Pedro de Atacama

San Pedro ist ein Wüstenort für Touristen. Hier gibt es vor allem Hostels, Restaurants, Touranbieter und Minisupermärkte. Dementsprechend sind auch die Preise ziemlich hoch und es fiel uns nicht leicht, ein günstiges Zimmer zu finden. Im Hostel Juriques buchten wir schließlich über Hostelworld ein Doppelzimmer mit geteiltem Bad für 33€ pro Nacht. Das Zimmer war dunkel und kalt und hatte natürlich keine Heizung. Dafür gibt es im Hostel einen schönen Innenhof mit Hängematten und vielen Sitzmöglichkeiten. Hier konnten wir uns mit anderen Reisenden austauschen und zusammen essen. Die Küche war nicht besonders sauber aber ausreichend.

Atacama Wüste Hostel

Touren auf eigene Faust

San Pedro ist der Ausgangsort für Touren in die Atacamawüste und so wird man auf Schritt und Tritt von Tourenanbietern angesprochen und es werden irre viele Touren beworben. Man könnte hier sicher eine Woche verbringen und jeden Tag eine andere Tour machen! Leider kosten diese aber ziemlich viel Geld und die Attraktion selbst auch noch mal einen saftigen Eintritt. Daher unternahmen wir zwei Ausflüge auf eigene Faust und konnten die wunderschöne Natur in unserem Tempo erkunden.

Atacama Valle de la Luna Duna Major Paar

Wanderung durch das Valle de la Muerte

Von San Pedro aus kann man in drei bis vier Kilometern am Eingang des Valle de la Muerte sein. Der Weg führt nördlich aus dem Ort heraus und eine ganze Zeit entlang des Flusses. Am Parkeingang werden 3000 Pesos Eintritt (4€) verlangt. Danach folgt ein vier Kilometer langer Weg durch die Wüstenlandschaft bis zu einem Aussichtspunkt.

Atacama Valle de la Muerte Matthias

Der Weg ist wirklich toll, weil er an Sanddünen vorbeiführt, durch die orangeroten Gesteinsformationen und immer wieder schöne Aussichten bietet. Wir hatten an diesem Tag ziemlich starken Wind, der uns den Sand immer wieder ins Gesicht fegte.
Am Aussichtspunkt angekommen, kann man das Todestal überblicken. Der Rückweg ist der Gleiche wie der Hinweg, sodass es insgesamt ungefähr 15 Kilometer Wanderung sind.

Atacama Mirador Valle de la Muerte

Unser Tipp: Genügend Wasser einpacken und auch bei Wolken unbedingt Sonnencreme nutzen, die Sonne ist in der Höhe nicht zu unterschätzen! Man kann diese Tour auch mit einem Fahrrad machen und zusätzlich ein Snowboard ausleihen, mit dem man die große Sanddüne herunterfährt. Wir haben anderen dabei zugesehen, das sah aber gar nicht so einfach aus 😉

Fahrradtour durch das Valle de la Luna

An unserem zweiten Tag liehen wir uns Fahrräder aus um das Valle de la Luna zu erkunden. Für 6 oder 7 Stunden zahlten wir 4000 Pesos pro Person (5,50€) und bekamen Fahrräder in wirklich gutem Zustand, Helme (sind obligatorisch), Ersatzschlauch und Lichter dazu. Von San Pedro fährt man zunächst 5 Kilometer entlang der geteerten Straße bis zum Eingang in das Mondtal.

Das Informationszentrum war nicht besetzt als wir dort ankamen, sodass wir uns den Eintritt von 3000 Pesos pro Person (4€) sparten und auch den Ticketkontrollpunkt später links liegen ließen. Auf einer Schotterpiste legten wir weitere sechs Kilometer zurück bis wir zu den verschiedenen Attraktionen im Tal gelangten. Diese kann man gar nicht verfehlen, weil immer ein Parkplatz davor ist.

Atacama Valle de la Luna Fahrrad

Duna major

Am meisten beeindruckten uns die Ausblicke von der Hauptdüne. Hier liefen wir zu zwei verschiedenen Aussichtspunkten die uns tatsächlich die Sprache verschlugen. Es ist schwer, diese einzigartige Natur in Worte zu fassen und auch die Bilder zeigen nur einen Teil des eigentlichen Spektakels. Die unendliche Weite, die wir gesehen haben. Diese riesigen Gesteinsformationen in den schönsten Orange- und Rottönen.

Atacama Valle de la Luna Duna Major Matthias

Eine lange Zeit saßen wir einfach nur dort und sogen die Eindrücke in uns auf. Es waren sehr besondere Momente, die wir nur schwer beschreiben können. Umso schöner war es für uns, dass wir diese Momente nicht mit anderen teilen mussten sondern zu zweit genießen konnten. Ganz allein saßen wir an den Aussichtspunkten.

Atacama Valle de la Luna Wüste und Salz

Nach der Hauptdüne gibt es zwei weitere Aussichtspunkte, die ebenfalls menschenleer waren. Hier blickten wir ins Tal, auf die salzbedeckte Wüste und die abgefahrenen Berge. So viele Fotos haben wir geschossen um die Schönheit festzuhalten.

Atacama Valle de la Luna Amphiteatro

Die Tour ins Valle de la Luna ist eine der am häufigsten besuchten Touren. Schon für 10000 Pesos (14€) wird man in das Tal zu den verschiedenen Aussichtspunkten gefahren und kann den Sonnenuntergang dort erleben. Uns kamen die ganzen Busse und Touristen entgegen als wir von der Hauptdüne wieder gingen. Wir waren dankbar, die Natur um uns herum ungestört genießen zu können.

Wir würden es daher jedem empfehlen, das Valle de la Luna mit dem Fahrrad zu erkunden. Die Strecke ist zum Teil schon sehr steil (Franzi musste absteigen) und unseren Hintern haben wir nach dem Tag auch ordentlich gespürt. Aber das war es sowas von wert!!!

Akklimatisierung erfolgreich

Hatten wir bei unserer Ankunft in San Pedro noch leichte Kopfschmerzen (liegt immerhin auf 2500 Metern), so waren wir nach drei Tagen und viel Bewegung auf der Höhe gut akklimatisiert. Wir hatten überlegt, noch eine Tagestour zu den Piedras Rojas zu machen, da diese zu hoch und weit weg gelegen sind um sie selbst zu erkunden. Allerdings war das nicht möglich wegen des vielen Schnees in der Höhe.
So verließen wir San Pedro, die Atacamawüste und nach 30 Tagen auch Chile um noch mehr von Südamerika zu sehen. Die Atacamawüste war definitiv eines unserer Highlights in Chile, das wir jedem ans Herz legen wollen.

2 Kommentare zu “San Pedro de Atacama: Wüste, Todes- und Mondtal

  1. Hallo,
    ich habe in der Atacama-Wüste alles auf eigene Faust erkundet und es hat super geklappt und war am Ende nicht wirklich teuer. Außer den Eintritten (Fahrrad hat mir mein Host von Couchsurfing geliehen) gab es nichts zu bezahlen. Ich fand die Wüste super spannend und habe eine Woche in San Pedro zugebracht. Kann ich nur empfehlen! 🙂
    Liebe Grüße,
    Kuno

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