Abstecher nach Argentinien: das Seengebiet rund um Bariloche

Auf der Flucht vor dem Dauerregen auf der chilenischen Seite der Anden waren wir Anfang Mai über die Grenze nach Argentinien gefahren. Hier verbrachten wir schöne Tage in Bariloche, San Martin de los Andes und dem wunderschönen Seengebiet, das sich über mehrere Nationalparks erstreckt.

Durch die Pampa

Nachdem wir die 100 Kilometer lange Schotterpiste von der Grenze geschafft hatten, bogen wir auf die Ruta Nacional 40 (RN40) ab. Diese Straße führt längs durch Argentinien und ist hier fast so legendär wie die Carretera Austral in Chile. Allerdings ist die RN 40 glücklicherweise komplett geteert und lässt sich damit sehr angenehm fahren. Und das Beste: ganz ohne Regen!

Argentinien Ruta 40

So boten sich uns erstmals unendliche Weiten und tolle Blicke auf die uns umgebende Landschaft, die sich tatsächlich Pampa nennt. Im Lonely Planet heißt es, der Abschnitt zwischen Rio Maio und Esquel sei so langweilig und die kleinen Städte so unansehnlich, dass man schnellstmöglich Richtung Norden fahren sollte. Wir fanden es eigentlich ganz ansehnlich, waren allerdings froh, als wir nach 700 Kilometern Fahrt abends in Esquel ankamen.

Schokoladenüberfluss und Eishütte in Bariloche

Bariloche liegt inmitten des Seengebiets und des Nationalparks Nahual Hapi und dazu auch noch direkt am See Nahual Hapi. Daher buchten wir uns über AirBnB eine kleine Hütte etwas abseits der Stadt und hofften auf ein paar Tage Ruhe vom Fahren. Die Stadt selbst bietet vor allem Restaurants, Outdoorläden und unzählige Schokoladenläden. Hier probierte sich Matthias einmal quer durch die Stadt.

Argentinien Bariloche Sonnenuntergang vom Cerro Otto

Zum Sonnenuntergang fuhren wir später auf den Cerro Otto, einen Berg, auf den man auch mit einer Seilbahn fahren oder hochwandern kann. Von dort oben bietet sich ein wirklich traumhafter Blick auf Bariloche, den großen See und die umliegenden schneebedeckten Berge. Wir liefen ein Stück den Berg hinauf, um uns bei dem kalten Wind aufzuwärmen und den Moment so lange wie möglich auszukosten. Die Sonne ging genau hinter den Bergen unter und tauchte alles in ein warmes Licht. So schön!

Argentinien Bariloche Sonnenuntergang

Als wir abends in unsere kleine Hütte einkehrten, mussten wir enttäuscht feststellen: die Heizung kann das selbstgebaute Holzhaus überhaupt nicht aufwärmen. Innen- und Außentemperatur waren identisch und die lag leider nur bei knapp über 0°C. Bibbernd kauerten wir uns unter so viele Decken wie wir finden konnten und verließen die Stadt am nächsten Tag wieder, weiterhin auf der Suche nach einer warmen Unterkunft.

Ruta de los 7 Lagos

Von Bariloche aus fuhren wir die Ruta de los Siete Lagos – die Straße der sieben Seen. Hier sollten wir an unzähligen Aussichtspunkten die tollsten Blicke auf die Seen bekommen. Morgens fuhren wir allerdings noch bei dichter Wolkendecke los und konnten zwar die Seen bestaunen, die Landschaft dahinter sahen wir zunächst aber nicht.

Argentinien Bariloche Seengebiet

Mittags ließ sich die Sonne dann immer mehr blicken und ab und zu konnten wir die großen Berge im Hintergrund sehen. Wir bogen von der Hauptstraße auf eine kleine Schotterstraße ab und landeten beim Campingplatz am Lago Traful. Hier war natürlich keiner außer uns, aber im Sommer ist dieser Platz sicher gut besucht. So spazierten wir am Seeufer entlang und den Fluss ein Stück weiter hoch.

Argentinien Seengebiet Lago Traufe

An einer Stelle konnten wir den Fluss über mehrere Baumstämme überqueren und so auch die andere Seite weiter erkunden. Endlich mal Bewegung in der Natur! Genauso hatten wir uns das vorgestellt 🙂 Dank des Autos waren wir flexibel und konnten von der ursprünglichen Route abweichen um diesen schönen Ort zu entdecken und für uns zu haben.

Argentinien Seengebiet Lago Traful mit Berg

Und jetzt, wo die Wolken einmal weitergezogen waren, zeigten sich die Seen und die Umgebung von ihrer schönsten Seite. Immer wieder hielten wir an der Straße an um die Ausblicke auf die diversen Seen und die Berge drumherum zu genießen. Die 150 Kilometer lange Straße führt an so viel schöner Natur vorbei! Es lohnt sich hier auf jeden Fall, mit einem Auto entlang zu fahren, um eben auch die Schotterpisten zu nehmen, die von der Hauptstraße abgehen und zu weiteren Seen führen.

Argentinien Seengebiet Lago Machonico

San Martin de los Andes

Für uns endete die Fahrt schließlich in San Martin de los Andes, einem kleinen Örtchen am Lago Lacar. Hier schliefen wir zwei Nächte im Aparthotel del Chapelco* und hatten ein so richtig warmes Zimmer! Mit Heizung im Wohnzimmer und im Schlafzimmer! Als dann aus der Dusche auch noch heißes Wasser kam, waren wir überglücklich 😉 Wir genossen es, das Auto mal stehen zu lassen und zwei Nächte hintereinander im gleichen Bett zu schlafen. So konnten wir auch ein wenig durch den Ort schlendern und abends im Restaurant La Casona die Spezialitäten der Gegend probieren: Hirschgulasch mit Spätzle sowie selbstgemachte Nudeln mit Hirsch und Wildpilzen. Es schmeckte uns wirklich gut und war eine sehr willkommene Abwechslung zu unseren Nudelvarianten mit Pesto, Tomatensauce oder Tütensuppe.

Argentinien Seengebiet San Martin vom Berg

Wanderung zum Mirador Bandurrias

An unserem zweiten Tag in San Martin strahlte uns schon morgens die Sonne entgegen. Wir nutzten das gute Wetter und wanderten auf den der Stadt gegenüberliegenden Berg mit dem Aussichtspunkt Mirador Bandurrias. Hier hatten wir einen schönen Ausblick auf San Martin sowie den See mit den Bergen im Hintergrund.

Argentinien San Martin Mirador Bandurrias

Unser Weg ging durch den Wald, über Wiesen und vorbei an truthahnartigen Vögeln sowie Schafen. Diese kamen fröhlich auf uns zugelaufen und hatten so viel Wolle, wie wir noch nie auf einen Haufen gesehen haben.

Schafe

Vom Mirador Bandurrias liefen wir noch weiter zu Las Islitas, einem Campingplatz direkt am See. Hier konnten wir eine kleine Insel betrachten und unsere mitgebrachten Brötchen essen. Da es aber im Schatten und ohne Bewegung schnell sehr kühl wurde, dehnten wir unsere Pause nicht allzu lange aus und liefen zurück nach San Martin. Wir können diese Wanderung sehr empfehlen, da die Wege super zu laufen waren und die insgesamt ca. 12 Kilometer auch mit viel Ausblick genießen locker in 3 Stunden machbar sind.

Der Lago Huechulafquen

Ungefähr eine Autostunde nördlich von San Martin liegt der See Huechulafquen (keine Ahnung, wie das richtig ausgesprochen wird!). Bereits die Straße zum See bot uns wieder tolle Aussichten auf die Natur und wir hielten immer wieder an um Fotos davon zu machen.

Argentinien Lago Huechulafquen

Angekommen am See, wollten wir eigentlich in den dazugehörigen Nationalpark fahren und nach Wanderungen entlang der Straße Ausschau halten. Allerdings wurden wir nach der freundlichen Begrüßung im Informationscenter darauf hingewiesen, dass wir hier 15€ Eintritt pro Person zahlen sollten. Zum Einen faden wir das einfach extrem teuer, zum Anderen hatten wir so viel Bargeld überhaupt nicht mehr. Also suchten wir uns einen Aussichtspunkt vor dem Nationalpark, mampften dort unsere Avocadobrötchen und fanden, dass der Blick völlig ausreicht.

Argentinien See

Ausreise über den Paso Tromen

So fuhren wir noch etwas weiter nördlich und schließlich in den Nationalpark Tromen hinein, um dort den Pass zurück nach Chile zu nehmen. Vorher ließen wir uns aber den Blick auf den Vulkan Lanin nicht entgehen. Nach einem kurzen Spaziergang zum Fuße des Vulkans und etwas längerem Warten in der Kälte, zeigte sich der Vulkan zwischen den Wolken und wir waren happy!

Argentinien Vulkan Lanin

Die Tage in Argentinien waren wirklich schön und die Natur unheimlich beeindruckend! Im Seengebiet um Bariloche kann man locker eine Woche verbringen und die Berge erklimmen oder im Winter (also deren Winter, ab Juni) Ski fahren. Wir waren dankbar für die zwar kalten, aber regenfreien Tage, in denen wir einen tollen Eindruck vom Land gewonnen haben.