Krankenversicherung und Weltreise – wie passt das zusammen?

Surfen. Tauchen. Exotisches Essen verdrücken.
Berge erklimmen. 24-Stunden-Busfahrten in überklimatisierten Bussen.
Eine Weltreise verspricht viel Neues und Abenteuer.

Surfen – Knochenbruch. Tauchen – Dekompressionskrankheit. Exotisches Essen verdrücken – Durchfall.
Berge erklimmen – Höhenkrankheit. 24-Stunden-Busfahrten in überklimatisierten Bussen – Erkältung.
Eine Weltreise verspricht viele neue und abenteuerliche Gesundheitsrisiken.

Deshalb gehört zur Weltreiseplanung auch das leidige Thema Krankenversicherung. Es gibt definitiv Aspekte einer Weltreise, deren Organisation etwas mehr Spaß macht. Andererseits gibt es vermutlich wenig wirklich Wichtigeres zu klären. Dieser Beitrag soll einen kurzen Überblick über die wichtigsten Aspekte geben und dir eine Starthilfe sein, das Thema Krankenversicherung anzugehen. Wir wollen hier keinen vollständigen Ratgeber abliefern, sondern uns auf die Themen konzentrieren, die für uns relevant waren und bei denen wir nicht alle Informationen auf anderen Seiten finden konnten, sondern selbst recherchieren mussten. Dazu gehört vor allem, wie man als freiwillig Versicherter die Krankenkasse kündigt und welche Krankenversicherung wir warum gewählt haben.

Das Wichtigste vorweg: Die typische Schmalspur-Reiseversicherung (die es für ’nen Zehner im Jahr gibt) reicht zwar für den Jahresurlaub, aber nicht für eine Weltreise über mehrere Monate oder Jahre. Du musst also eine vollwertige Auslandskrankenversicherung abschließen. Für den Umgang mit deiner bestehenden Krankenversicherung musst du auf die Unterschiede zwischen privat versichert, gesetzlich pflichtversichert und freiwillig gesetzlich versichert achten.

Brauche ich eine Auslandskrankenversicherung während der Weltreise?

Nur wenn du vorhast, die Beiträge deiner deutschen Krankenversicherung während deiner Reise weiter zu zahlen (ohne dass du Leistungen in Anspruch nehmen kannst) und wenn du zusätzlich bereit bist, Medikamente und Behandlungskosten selbst zu tragen, kannst du hier mit ‚Nein‘ Antworten. Ein Pflaster kann man noch selbst zahlen, eine OP mit anschließendem medizinischen Rücktransport aus Neuseeland wollen wir weder erleben noch dafür einen Kredit aufnehmen müssen. Wir sprechen hier im Ernstfall von fünf- oder gar sechsstelligen Beträgen. Außerdem wollen wir uns von unserer Krankenkasse in Deutschland abmelden. Allein dafür ist eine vollwertige Auslandskrankenverischerung Pflicht. Deswegen schließen wir die Option, ohne Auslandskrankenversicherung zu reisen als abwegig aus, raten davon ab und beantworten die Frage mit einem eindeutigen: Ja.

Ich habe noch eine Reiseversicherung vom letzten Malleurlaub – reicht das nicht auch?

Achtung, diese Urlaubsversicherungen, auch Reiseversicherungen genannt, gelten typischerweise nur für Reisen bis maximal 8 Wochen. Wenn du deine Weltreise in mehrere kurze Trips aufteilen willst, die jeweils nur einige Wochen dauern und du immer wieder nach Deutschland kommst, mag das eine Lösung für dich sein. In dem Fall lies aber bitte genau die Versicherungsbedingungen. Für uns beißt sich das mit unserer Vorstellung einer Weltreise. Deswegen hier ein klares: Nein.

Was ist mit der deutschen Krankenversicherung während der Weltreise?

Zunächst einmal ist zu unterscheiden, ob du privat versichert, gesetzlich pflichtversichert oder freiwillig gesetzlich versichert bist. Seit 2007 besteht in Deutschland generell Krankenversicherungspflicht. Gesetzlich pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist zunächst jeder, der nicht versicherungsfrei eingestuft wurde und keinen anderweitigen Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall hat. Versicherungsfrei sind unter anderem Selbstständige, bestimmte Berufsgruppen (Beamte, Richter) und Arbeiter und Angestellte mit regelmäßigem Jahresarbeitsentgelt oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze. Wer versicherungsfrei ist, kann sich entweder bei einer Privaten Krankenversicherung (PKV) oder freiwillig in der gesetzlich Krankenversicherung versichern, letzteres nennt man dann freiwillig gesetzlich versichert. Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten, um mit der deutschen Krankenversicherung während der Weltreise umzugehen: weiterzahlen, eine Anwartschaft abschließen oder kündigen.

Krankenkassenbeiträge weiterzahlen

Das ergibt im Allgemeinen wenig Sinn, wenn man kein Geld verbrennen will. Als gesetzlich Versicherter sind im außereuropäischen Ausland keine Leistungen abrufbar. Während geplanter oder ungeplanter Zwischenstopps in Deutschland wäre man allerdings abgesichert, was leider nicht bei allen Auslandskrankenversicherungen der Fall ist. Ist einem diese Absicherung wichtig, ist es vermutlich trotzdem sinnvoller, direkt eine Reisekrankenversicherung zu wählen, welche Zwischenstopps in Deutschland mitversichert, und die Beiträge für die GKV zu sparen, indem man kündigt oder auf eine Anwartschaft umstellt.

Als privat Versicherter sollte man genau ins Kleingedruckte des Versicherungsvertrags schauen, denn ein möglicher weltweiter Versicherungsschutz gilt oft nur für einige Wochen. Hat man doch einen längeren Schutz, auf jeden Fall schriftlich bestätigen lassen, dass die Leistungen auch bei einem durchgängigen Aufenthalt von mehreren Monaten im Ausland erbracht werden. Aber vermutlich ist es auch hier vorteilhaft, die Versicherung zu kündigen oder auf Anwartschaft umzustellen, um sich die Beiträge der PKV zu sparen und eine Reisekrankenversicherung abzuschließen.

Krankenkasse auf Anwartschaft umstellen

Stellt man die Krankenversicherung auf eine Anwartschaft um, so ist man weiterhin Mitglied der Krankenkasse. Man zahlt deutlich geringere Beiträge als die normalen Verischerungsbeiträge, hat allerdings keinen Anspruch auf Leistungen. Das ist ja auch okay, dafür schließt man dann ja die Auslandskrankenversicherung ab. In erster Linie hält man sich die Versicherung warm, um nach Rückkehr problemlos wieder (zu gleichen Bedingungen) in die Versicherung aufgenommen zu werden. Außerdem werden die Beiträge in die Pflegeversicherung weitergezahlt.

Der generelle Tenor auf gängigen Weltreiseseiten, -foren und -blogs, die wir durchforstet haben, scheint zu sein: für Pflichtversicherte überflüssig, für freiwillig Versicherte durchaus überlegenswert und für privat Versicherte oft sinnvoll. Wir wollen nicht alle Details nachkauen und verweisen exemplarisch auf einen guten Artikel zu diesem Thema, der sich mit den Vor- und Nachteilen der Anwartschaft beschäftigt. Wir (pflichtversichert und freiwillig gesetzlich versichert) haben keine Anwartschaften abgeschlossen und stattdessen unsere Mitgliedschaften gekündigt.

Krankenkasse kündigen

Hast du dich dazu entschieden, keine Anwartschaftsbeiträge während der Reise zahlen zu wollen, kannst du deine Mitgliedschaft in der Krankenkasse beenden. Auf Grund von Themen wie Statuserhalt und Vermeidung einer erneuten Gesundheitsprüfung wird oft empfohlen die PKV nicht zu kündigen. Deswegen (und weil wir die Details für Privatversicherte nicht genau kennen) bezieht sich dieser Abschnitt nur auf die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Aber wie kann ich die gesetzliche Versicherung kündigen – es besteht doch Versicherungspflicht!? Ja, das stimmt. Allerdings nur, wenn kein anderweitiger Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall besteht. Und genau diesen anderweitigen Anspruch kann man sich besorgen, indem man eine vollwertige Auslandskrankenversicherung abschließt und sich dann ins Ausland begibt.

Krankenkasse kündigen: Pflichtversicherte

Als Pflichtversicherter ist das Vorgehen ganz einfach: Als erstes schließt man eine Auslandskrankenversicherung ab. Dann kündigt man schriftlich zum Datum des Reisestarts seine Krankenversicherung und schickt eine Kopie der Versicherungspolice der Auslandskrankenkasse mit, sowie die Kopie des Flugtickets ins erste Land der Weltreise. Wir empfehlen vorher bei seiner Krankenkasse anzurufen, um das Vorgehen nochmal zu besprechen. Bei der Techniker Krankenkasse lief alles glatt und das Telefonat hat auch nur 5 Minuten gedauert.

Allerdings haben wir auch schon gehört, dass sich Krankenkassen quer stellen. Hier hilft es, die rechtliche Lage zu kennen und etwas Munition für die Diskussion mit der Krankenkasse zu haben. Dazu möchten wir dir dieses Dokument mit an die Hand geben. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen hat sich schon auf einer Fachtagung 2009 mit der Problematik befasst. Das Ergebnis: Wenn die Auslandskrankenversicherung für mehr als 42 Tage abgeschlossen wurde und die Leistungen denen der gesetzlichen Krankenversicherungen entsprechen, gilt das als anderweitiger Anspruch auf Absicherung im Krankheitsfall und man kann kündigen. Und wer zahlt die Beiträge für die Zeit zwischen letztem Arbeitstag und Abflugdatum? Gute Frage. Auch hier ist es als Pflichtversicherter einfach. Es gibt eine sogenannte Nachversicherungspflicht. Deine Krankenkasse muss einen Monat lang weiter Leistungen erbringen, ohne dass du Beiträge zahlen musst. Wenn du also nicht mehr als einen Monat zwischen Jobende und Reisebeginn einbaust, zahlst du nichts. Danach würde das Arbeitsamt zahlen, sofern du dich arbeitslos gemeldet hast.

Krankenkasse kündigen: Das Problem freiwillig Versicherter

Als freiwillig Versicherter ist die Sache etwas komplizierter, aber trotzdem machbar. Das Recht, zu kündigen, besteht unter den gleichen Bedingungen wie bei Pflichtversicherten. Was ist dann der Unterschied? Der Unterschied ist, dass man als freiwillig Versicherter eine zweimonatige Kündigungsfrist einhalten muss. Das bedeutet zunächst einmal, dass man die Sache rechtzeitig in die Hand nehmen sollte. Die eigentliche Problematik entsteht aber dadurch, dass man nur zum Monatsende kündigen kann. Das beißt sich aber damit, dass die Weltreise nicht am ersten Tag eines Montags beginnen kann, da man noch mindestens einen Tag arbeitslos gemeldet sein muss, um den Arbeitslosengeldanspruch für vier Jahre zu sichern.

Was ist dann mit den Tagen zwischen Monatsende (Kündigungstermin) und Abflugdatum? Na klar! Die Nachversicherungspflicht … Pustekuchen! Die gibt es für freiwillig Versicherte nicht. Na dann wird sicher das Arbeitsamt die Beiträge zahlen, man ist ja dann offiziell arbeitslos… und wieder Pustekuchen! Denn wenn man eine Sperrfrist wegen Eigenkündigung bekommt, zahlt das Arbeitsamt erst im zweiten Monat. Warum? Weil man ja „normalerweise“ die Nachversicherungspflicht seiner Krankenkasse genießt oder keine Sperrfrist hat. Diese Kombination scheint irgendwie nicht vorgesehen. Na toll. Dann riskiert man es einfach und ist ein paar Tage nicht versichert. Das verstößt dann aber gegen die Versicherungspflicht und damit kann der Vertrag erst gar nicht beendet werden. Also, was tun?

Die Mitarbeiter von Matthias‘ Krankenkasse konnten es selbst auch nicht sagen und die Recherche in Weltreiseforen ergab auch nur die Lösung: einen ganzen Monat lang selbst die Beiträge zahlen. Und das für nur sechs Tage Leistungsanspruch? Das konnte nicht die Lösung sein. Und in der Tat – es geht eleganter. Wieder hilft die Niederschrift der Tagung des Spitzenverbandes der Krankenkassen aus 2009. Dort steht: „sofern bereits während der Kündigungsfrist der Auslandsaufenthalt beginnt, kann für die Zeit bis zur Beendigung der Mitgliedschaft … eine sog. beitragsrechtliche Anwartschaftsversicherung abgeschlossen werden“.

Krankenkasse kündigen: Die Lösung für freiwillig Versicherte

Und mit diesem Wissen ist dann das Vorgehen als freiwillig Versicherter auch recht einfach:

  • Erstens: Mit zweimonatiger Kündigungsfrist zum Monatsende des Abflugmonats(!) kündigen.
  • Zweitens: Für die Zeit zwischen Arbeitsende und Abflugdatum beantragen, nur den Mindestbeitrag zu zahlen (da kein Arbeitsverhältnis mehr besteht und man kein Einkommen hat).
  • Drittens: Für die Zeit zwischen Abflug und Monatsende eine Anwartschaft beantragen. Damit kommt man am günstigsten weg und ist trotzdem durchgängig versichert.

In unserem Fall (Abflug am 07.10.) hat Matthias sechs Tage anteilig den Mindestbeitrag gezahlt und für 23 Tage anteilig die Anwartschaftsgebühr. Insgesamt waren das 77€. Schritt eins bis drei können natürlich direkt in einem Schrieb an die Krankenkasse formuliert werden. Am Besten gleich die Niederschrift der Tagung mitschicken und sich darauf berufen. Wir empfehlen, direkt ein SEPA Mandat für die Einmalzahlung in diesem „Spezialmonat“ mitzuschicken, dann muss man sich nicht mehr während der Reise kümmern, wenn die Rechnung eintrudelt. Die kommt nämlich erst am Monatsende, und dann ist man ja schon unterwegs 🙂

Wichtige Aspekte einer Auslandskrankenversicherung

Worauf muss bei der Wahl einer Auslandskrankenversicherung geachtet werden? Auf vieles. Und jeder legt auf andere Punkte wert. Hier folgt die Liste der Punkte, die uns wichtig waren.

Versicherungsdauer – kann ich meine Weltreise spontan verlängern?

Die Versicherung sollte natürlich die komplette Zeit der Weltreise abdecken. Einige Versicherer haben unterschiedliche Tarife, je nachdem ob die Versicherung bis höchstens ein Jahr gilt oder für mehrere Jahre. Wenn die Reisedauer noch nicht genau feststeht, solltest du genau hinschauen, ob die Versicherung sich von unterwegs verlängern lässt und wie hoch die Maximallaufzeit ist. Es gibt auch Reiseversicherungen, die man von unterwegs abschließen kann. Man kann sich also auch einen Versicherungscocktail mixen, wenn man doch länger reisen möchte als geplant und die erstgewählte Auslandskrankenversicherung nicht (mehr) verlängerbar ist. Generell zahlt man aber für Flexibilität drauf. Weißt du schon von Beginn an, wie lange du reisen wirst, ist das ein Vorteil.

Wann und wo muss und kann ich die Auslandskrankenversicherung abschließen?

Auch hier unterscheiden sich die verschiedenen Tarife. Es gibt Versicherungen, die kann man nur vor Reisebeginn abschließen. Das geht dann schon einige Monate vor Reiseantritt, was wichtig ist, wenn man seine freiwillige Krankenversicherung fristgerecht kündigen will. Denn dafür braucht man bereits die Bescheinigung der Auslandskrankenversicherung. Für ganz spontane Pflichtversicherte oder Anwartschaftszahler kann man noch bis einige Tage vor Reiseantritt die Versicherung abschließen. Zu empfehlen ist das für eine entspannte Vorbereitung auf die Weltreise vermutlich nicht.

Länderbeschränkungen – bin ich in allen Ländern meiner Weltreise versichert?

Das kommt drauf an. Es gibt Versicherungstarife, die (längere) Aufenthalte in Ländern mit statistisch hohen Behandlungskosten (typischerweise USA und Kanada, manchmal auch Mexiko) nicht versichern. Dafür sind diese Reiseversicherungen oft günstiger als solche, die weltweiten Schutz bieten. Auch hier hilft es, zu wissen wohin man reisen möchte. Spontaneität kommt einen eventuell wieder teurer. Es gibt also drei Möglichkeiten: Die Versicherung nach der Route auswählen, die Route nach der Versicherung auswählen oder bei spontanem Besuch in den ausgeschlossenen Ländern eine andere Versicherung von unterwegs (dazu) abschließen.

Schutz in Deutschland

Dieser Punkt ist besonders dann wichtig, wenn du deine Krankenkasse in Deutschland gekündigt oder auf Anwartschaft umgestellt hast. Denn dann hast du durch deine deutsche Krankenkasse keinen Leistungsanspruch für kurze Aufenthalte. Du möchtest ja nicht für eine Woche wieder vollzahlendes Mitglied werden, nur um dann wieder zu kündigen (was mit Kündigungsfristen auch nicht so schnell gehen wird). Planst du während deiner Weltreise Stopps in Deutschland, dann solltest du eine entsprechende Auslandskrankenversicherung wählen. Denn leider versichert nicht jede diese Zwischenaufenthalte in Deutschland mit.

Selbstbeteiligung – zahlt die Auslandskrankenversicherung alles?

Die Selbstbeteiligung ist ein beliebtes Mittel, die regelmäßigen Kosten einer Versicherung zu senken. Allerdings steigen dann die Kosten im Krankheitsfall, denn man zahlt bis zu einem festgelegten Betrag für jeden Krankheitsfall seine Medikamente und Behandlungen selbst. Erst wenn dieser Betrag überschritten wird, springt die Reiseversicherung ein. Hier muss man also abwägen zwischen laufenden Kosten und zu erwartenden Kosten durch Krankheiten. Gönnt man sich auf einer Weltreise nur einmal eine Behandlung, dafür aber gleich dick mit OP und Rücktransport nach Deutschland ist eine Selbstbeteiligung sinnvoll. Wir gehen allerdings davon aus, eher hier und da Kleinigkeiten und Wehwehchen mit entsprechend geringen Medikamenten- und Behandlungskosten zu haben. Daher haben wir eine Auslandskrankenversicherung ohne Selbstbeteiligung gewählt.

Medizinischer Rücktransport

Ganz wichtig, denn das kann richtig teuer werden. Wenn du im Ernstfall nach Deutschland transportiert werden musst, sprechen wir schnell von fünf- oder gar sechsstelligen Beträgen. Das will man nicht, deswegen hier genau hinschauen. Es sollte darauf geachtet werden, das ein Rücktransport auch versichert ist, wenn er medizinisch sinnvoll ist. Nicht nur, wenn er medizinisch notwendig ist. Die Klinik in Timbuktu kann deinen Schädelbruch auch operieren? Super, kein medizinischer Rücktransport notwendig. Sinnvoll wäre es aber vielleicht doch, sowas zu Hause reparieren zu lassen, oder?

Und was ist mit den Zähnen?

Hier kann man kaum die gleichen Leistungen wie in Deutschland erwarten oder bekommen. Erst recht nicht, wenn du in Deutschland privat versichert bist oder eine Zusatzversicherung hast. Deswegen vor der Reise nochmal alles ordentlich in Deutschland warten lassen und während der Reise fleißig putzen. Allerdings sollte deine Auslandskrankenversicherung auf jeden Fall schmerzstillende Zahnbehandlung und einfache Füllungen erstatten, außerdem Reparaturen und Zahnersatz bei Unfällen.

Der Preis – was kostet eine Auslandskrankenversicherung für eine Weltreise?

Selbstverständlich ein wichtiger Entscheidungspunkt. Die Beiträge variieren teilweise stark, je nach Versicherungsdauer, Leistungsumfang, Selbstbeteiligung, versicherter Länder und auch je nach Alter (ab 39 hat man offenbar schlagartig ein größeres Risiko, krank zu werden). Hier gilt es sein persönliches Optimum zwischen Preis und Leistung zu finden. Die Versicherungen, die wir uns angeschaut haben gehen bei etwa 30€ pro Monat los und enden bei knapp 180€. Wir haben eine für etwa 34€ pro Monat gewählt.

Unsere Krankenversicherung für die Weltreise

Unsere Situation ist die folgende: Wir wollen ein Jahr reisen. Vielleicht länger. Wir haben keine feste Route, Nordamerika wird aber kein Schwerpunkt werden. Wir planen keine Zwischenstopps in Deutschland. Unsere heimischen Krankenversicherungen haben wir gekündigt. Wir sind jünger als 39 Jahre.

Wir haben uns für die Langzeit-Auslandskrankenversicherung 365 der Hanse Merkur* entschieden und diese für die maximale Laufzeit von einem Jahr abgeschlossen. Ausschlaggebend waren für uns, dass viele Weltreisende von positiven Erfahrungen mit diesem Anbieter berichten, es keine Selbstbeteiligung gibt und medizinisch sinnvoller Rücktransport versichert ist. Außerdem liegen die Kosten bei nur 1,15€ pro Tag, da wir den Tarif ohne USA und Kanda gewählt haben. Versichert man diese beiden Länder mit, kostet der gleiche Tarif fast das dreifache. Hier ein Tipp, den wir bisher nirgends gelesen haben: Wenn man den Versicherungsvertrag für mindestens 6 Monate abschließt, sind Aufenthalte in den USA und Kanada doch möglich. Und zwar für 14 Tage. Das reicht uns, um unsere Route spontan auch über Nordamerika leiten zu können.

Alternativen sind die Hanse Merkur Versicherung für fünf Jahre*, STA Travel für ein oder fünf Jahr(e), die Auslandskrankenversicherung des ADAC oder Travel Secure. Für spontane Verlängerungen von unterwegs bieten sich Care Concept oder World Nomads an. Wir wollen nicht wiederholen, was andere schon schön aufgelistet haben. Deswegen empfehlen wir euch für einen guten Überblick die Infos auf weltreise-info, sowie auf dem schönen Blog von Ania und Daniel von geh-mal-reisen.

Noch Fragen?

Wir haben diesen Beitrag nach bestem Wissen und Gewissen verfasst, für Richtigkeit und vor allem Vollständigkeit garantieren wir nicht. Unbedingt selbst in die Versicherungsbedingungen schauen. Hast du noch Fragen, Anregungen oder Korrekturen? Dann lass es uns bitte per Kommentar oder eMail wissen. Wir beantworten gerne deine Fragen und ergänzen oder korrigieren, was fehlt.


Titelbild „Hilfe“ von Metropolico.orgCC-BY-2.0.

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4 Kommentare zu “Krankenversicherung und Weltreise – wie passt das zusammen?

  1. Hallo ihr beiden,
    also mir hat man das damals so erklärt, dass wenn man eine Auslandskrankenversicherung hat, dann nehmen die sich ja immer das Recht einen in schweren Krankheitsfällen wieder nach DE zu bringen, sofern sinnvoll. Da ist aber dann mit einer gekündigten Versicherung das Problem, dass zb die Hanse Merkur nur bis zu 4 oder 6 Wochen nach der Rückkehr alles bezahlt: hat man was, was dann länger dauert, hat man keine Versicherung in DE und die alte muss eine nicht wieder nehmen o.w. – deswegen sei die Anwärterschaft der einzige offizielle Weg, denn dann muss sie. Klar kann man kündigen, aber geht dann das Risiko der fehlenden Versicherungsschutzes in einem Fall wie diesem ein.- Hat ihr das schon mal gehört?

  2. Hallo Johanna,
    beziehst du dich auf den Fall der Pflichtversicherung oder auf den Fall „freiwillig gesetzlich versichert“? Als Pflichtversicherter besteht dieses Risiko meines Erachtens nicht. Die Krankenkasse muss dich wieder aufnehmen, weil Versicherungspflicht besteht. Die Mitarbeiter der Krankenkasse wollen natürlich trotzdem lieber eine Anwartschaft verkaufen.

    Als freiwillig gesetzlich Versicherter sieht die Sache in der Tat anders aus. Da kann eine Anwartschaft sinnvoll sein, genau für den von dir beschriebenen Fall. Allerdings besteht auch dann Versicherungspflicht, irgendeine private Versicherung muss dich also im schlimmsten Fall zum Basistarif nehmen. Ob diese dann das Recht haben, die Behandlung der akuten Krankheit auszuschließen… Ich konnte das nicht mit Sicherheit herausfinden. Ich habe mich gegen eine Anwartschaft und damit die 100 prozentige Sicherheit entschieden. Das muss aber jeder für sich abwägen, ob er mit ein wenig Restrisiko reisen kann.

    Konnte ich dir weiter helfen?
    Liebe Grüße aus der blauen Stadt Jodhpur, Matthias

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