Testwanderung in den Alpen

Lange und ausführlich haben wir uns mit dem „richtigen“ Equipment auseinandergesetzt. Durch die Begrenzung unseres Gepäcks auf 40 Liter müssen die Dinge, die wir mit auf die Reise nehmen, funktional und für jegliche Klimazonen und Aktivitäten geeignet sein. Da wir gerne wandern und auch in Nepal den Himalaya erkunden wollen, beschlossen wir, unser Equipment auf den Prüfstand zu stellen – und die Fitness gleich mit. Und wo kann man das besser machen als in den Alpen?! Deswegen haben wir den Familienbesuch in Augsburg dazu genutzt, unseren Rucksack, die Trekkinghosen, Kamera,  Go Pro und unsere Beine zu testen.

Die Idee, auf die Zugspitze zu wandern, verwarfen wir nach kurzer Überlegung aufgrund unserer wenigen Zeit vor Ort und der Vorbereitung. Wir entschieden uns mit Hilfe von bergfex.com für eine Wanderung, für die 7 Stunden Wanderzeit und 17km Länge angegeben war. Zudem sollten dabei einige Höhenmeter gemeistert werden – Tegelbergrunde, here we come!

Schnell am Parkplatz der Tegelbergbahn die Rucksäcke aufgeschnallt, orientiert wo die Wanderung startet und rauf auf den Berg. Gleich der erste Teil der Strecke (der Schutzengelweg) war gesperrt, sodass wir durch den Wald umgeleitet wurden und dabei immer entlang eines Baches den Berg hinauf kraxelten. Zweimal mussten wir den Bach auf glitschigen Steinen überqueren: ein Mini-Abenteuer! Da haben sich auch unsere Wanderstiefel mit ordentlicher Sohle bewähren können. Die ersten 4-5 Kilometer sind wir permanent bergauf gelaufen, ohne Zickzack oder Serpentinen, einfach gerade hoch den Berg. Das war echt anstrengend, half aber auch, die ersten 500 Höhenmeter in kürzester Zeit zu überwinden. Dadurch hatten wir uns nach nur eineinhalb Stunden Wanderung unserer Meinung nach auch schon die erste Pause in der Rohrkopfhütte verdient. Auf dem Anstieg nach oben lohnte es sich, immer mal wieder Pause zu machen und einen Blick ins Tal zu werfen – der war fantastisch!

Wanderung Tegelberg Panorama vom Tegelberg

Nach der Hütte kamen noch mal genauso viele Höhenmeter auf uns zu, um schließlich auf den höchsten Punkt unserer Wanderung zu gelangen – den Tegelberg. Nach knapp 3 Stunden (inklusive Pause mit Almdudler) hatten wir den Berg erklommen und wurden mit einem unheimlich schönen Ausblick auf den Alpsee und die umliegende Landschaft belohnt. Da wir inzwischen gut durchgeschwitzt waren, bekamen auch unsere T-Shirts in der Pause Zeit zum Durchatmen. Wir hatten Ersatz dabei, falls du dich gerade fragst, ob wir dann oben ohne da saßen 😉

Tegelberg_Wanderung_Collage

Unsere Stimmung war prächtig, denn der Weg zog sich nach unserer Pause in Schlangenlinien den Berg hinunter, auf kleinen Pfaden und inmitten von ganz viel Grün. Irgendwann weitete sich der kleine Weg bis zu einem Forstweg und nach fast 10km nur bergab gehen, fragten wir uns, wie weit runter es denn noch gehen könnte. Als das Bergablaufen gerade nicht mehr ganz so viel Spaß machte, tauchten wieder Hinweisschilder auf und der nächste Zwischenstopp war fast schon erreicht: Bleckenau. Wir sind uns immer noch nicht sicher, ob das der Fluss, der Ort oder die Gegend war, die so hieß. Definitiv gibt es dort ein Gasthaus mit hohen Preisen und kleinen Portionen.

Gestärkt wanderten wir alleine weiter durch den schönen Wald und kamen kurz vor dem Ort Hochschwangau schließlich an einem weißen Schloss vorbei. Und auf einmal war es auch vorbei mit der Ruhe und Idylle – hallo Massentourismus hieß es! Da wurden wir von übereiligen Asiaten mit übergroßen Kameras überholt und um uns herum wurden Selfies geschossen, um eine der bekanntesten deutschen Sehenswürdigkeiten aufs Foto zu bekommen: Schloss Neuschwanstein. Wir waren auch ordentlich beeindruckt von der Größe und Schönheit dieses Bauwerkes. Allerdings war nach 18 Kilometer Wanderung die Motivation zu einer Tour durch das Schloss einfach nicht ausreichend, denn die Beine waren ganz schön müde. So bestaunten wir von außen und waren froh, als wir dem Touristenstrom wieder entkamen.

Wanderung Tegelberg Schloss Neuschwanstein

Froh waren wir auch, als wir nach 20 Kilometer zurück am Ausgangspunkt unserer Tour waren. Insgesamt sind wir acht Stunden unterwegs gewesen und haben gut 1000 Höhenmeter überwunden. Bezüglich unserer Fitness stellten wir fest: 20 Kilometer in den Alpen sind dann doch nicht vergleichbar mit 20 Kilometer entlang der Alster in Hamburg 😉 Das musste also noch besser werden. Bis zum Start unserer Weltreise hatten wir ja noch ein paar Wochen um an der Fitness zu arbeiten. (Nachtrag 4 Tage vor Abflug: Das hat nur bedingt funktioniert. Dafür zwischenzeitlich ein Handgelenk gebrochen und einen Zeh verstaucht … läuft… ) Aber die Etappen der Annapurna Umrundung, die wir in Nepal wandern wollen, sind eher kürzer und überwinden meistens weniger Höhenmeter als auf dieser Testwanderung. Schaffen wir also! Allerdings fühlt sich das ab 3000 Meter Höhe vermutlich anders an als wenn man bei knapp Normal-Null im Alpenvorland startet. Schaffen wir das wirklich?!? Wir sind gespannt auf den ersten Stopp unserer Weltreise und nervös was das Trekking dort in Nepal angeht. Speziell Franzis kaputter Zeh ist noch eine Wundertüte. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Equipment

Die Wanderung war nicht nur als Fitnesstest und Trainingswanderung gedacht, sondern auch zur Überprüfung des Equipments. Daher hier ein kurzes Fazit dazu:

G1000 Trekkinghose von Fjallräven*

Wir haben uns beide das gleiche Fjallräven Modell als Trekkinghose zugelegt – einmal die Männer („Karl“*)-, einmal die Frauenvariante („Karla“*). Der Stoff ist robust, die Hose besitzt viele praktische Taschen und die Beine können mit Hilfe eines Reißverschlusses verkürzt werden, sodass aus der langen eine kurze Hose wird. Hätte mir (Franzi) jemand mal gesagt, dass ich mir eine Zip-Off-Trekkinghose kaufen würde – ich hätte vermutlich laut losgelacht, sexy ist anders! Aber darum geht es eben bei der Reise nicht. Die Hose ist vor allem praktisch! Und die langen Beine haben wir tatsächlich schon nach kurzer Zeit abgenommen, das ging schnell und einfach. Daher Fazit zur Hose: super!

Handgepäckrucksack Osprey Farpoint 40*

Wir haben uns für den Rucksack Farpoint 40 von Osprey in der Größe M/L* als Reiserucksack entschieden. Er hat ein Volumen von 40 Liter und passt ins Handgepäck und damit in unser Konzept möglichst leicht und flexibel zu reisen. Die genauen Vor- und Nachteile des Farpoint 40 als Weltreise Rucksack findest du (bald) im Beitrag zu unserer Packliste. Bei unserer Testwanderung ging es speziell um die Frage, ob der Rucksack auch für längere Wandertouren geeignet ist. Matthias hat den Rucksack für die Wanderung getragen und war zufrieden. Unterlegen ist er einem richtigen Wanderrucksack definitiv in der Rückenbelüftung, denn er liegt am Rücken an und dementsprechend schwitzt man da ordentlich! Auch der Hüftgurt bietet keine besonders komfortable Polsterung, war aber für die Tageswanderung ausreichend. Reinbekommen haben wir in den Rucksack jede Menge, sodass wir denken, dass der Rucksack auch für eine Mehrtagestour geeignet ist… für Matthias. Für Franzi ist noch unklar, ob der auf den Bergen Nepals mit voller Beladung nicht zu schwer sein könnte. Momentan überlegen wir noch, uns in Nepal einen speziellen Wanderrucksack zu leihen und das Gewicht etwas fairer nach Körpermasse zu verteilen 😉 Fazit zum Osprey Farpoint 40 als Wanderrucksack: Könnte reichen.

Go Pro Hero 3+*

Eine Go Pro stand für Matthias schon lange auf der Wunschliste und nachdem Ironman und Australienurlaub zur Begründung der Anschaffung nicht ausgereicht hatten, kam nun die Weltreise sehr gelegen um für die Video-Dokumentation mit der Go Pro zu argumentieren. Mini-Videos hatten wir in unseren vier Wänden schon mal ausprobiert. Während der Wanderung wollten wir das nun auch in der Natur tun um dann auch mal ein Probevideo unserer Equipment-Test-Wanderung zu schneiden. Die Handhabung der Kamera ist super einfach, das Drücken der richtigen Knöpfe schafft sogar Franzi. Die geringe Größe erleichtert die Mitnahme auf so eine Wanderung, das sind kaum Extragramm. Mit zusätzlichem Akkupack hielt unsere Variante die 8 Stunden mit immer mal wieder Filmen auch gut durch. Die erste Ernüchterung kam nach Ansehen des Videomaterials: mit der Schutzhülle drum herum, ist vom Ton nicht mehr viel zu hören. So sieht man uns viel labern – hören tut man nix! Hätten wir uns aber auch denken können. Und auch der Bildausschnitt ist gewöhnungsbedürftig. Dadurch, dass die Go Pro kein Display besitzt, auf dem zu sehen ist, was man gerade filmt, tja, sieht man eben nicht, was man eigentlich filmt. Das kann man dann erst später sehen und da kommen interessante Dinge aufs Bild und manchmal nicht unbedingt das, was sollte. Fazit zur Go Pro: braucht Übung, könnte gut werden.

 

Mit Freu(n)den teilen

Haben wir ...
...dir bei der Reiseplanung geholfen?
...dich zum Reisen motiviert?
...dich zum Schmunzeln gebracht oder einfach unterhalten?

Warum auch immer dir dieser Beitrag gefällt, teile ihn doch mit deinen Freunden!

Ein Schöner Nebeneffekt: Damit unterstützt du uns. Vielen Dank dafür!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.