Bolivien: Unsere Tipps und Reiseinformationen

Im ärmsten Land Südamerikas haben wir vier Wochen verbracht, die wie im Flug vergingen. Neben Naturhighlights wie der Salzwüste und dem Tititcacasee hat es uns besonders die Kolonialstadt Sucre angetan. Und auch nach vier Wochen haben wir nur einen Teil des Landes sehen können, das noch viel mehr zu bieten hat. Wir haben uns in Bolivien wohl und sicher gefühlt und würden es jedem auf seiner Reise nach Südamerika empfehlen.

Beste Reisezeit für eine Reise nach Bolivien

Die sogenannte Trockenzeit zwischen Mai und November gilt für Bolivien als optimale Reisezeit. In den hoch gelegenen Städten scheint tagsüber häufig die Sonne vom blauen Himmel und die Temperaturen erreichen (je nach Höhenlage) 15 bis 25°C. Die Nächte können empfindlich kühl werden mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die Trockenzeit gilt als ideal für Wanderungen in den hochgelegenen Bergen Boliviens. Wir haben im Juni optimales Wetter gehabt.

Einreise nach Bolivien

Als Deutscher mit noch sechs Monate gültigem Pass kannst du 90 Tage visumfrei durch Bolivien reisen. Allerdings werden bei Einreise häufig nur 30 Tage in den Pass eingetragen. Wir sind über Land von Chile aus eingereist und haben auch diese Erfahrung gemacht. In den größeren Städten (La Paz, Sucre, Potosi) kann man die Reisedauer im Migrationsbüro verlängern. Da wir darauf verzichtet haben, wissen wir nicht, ob dafür Kosten anfallen.

Unser Tagesbudget in Bolivien

In Bolivien wird mit dem Boliviano gezahlt, den wir problemlos an Geldautomaten abheben konnten. Zu unserer Reisezeit lag der Umrechnungskurs bei 7,7 Bolivianos für 1€uro. Die geläufigsten Banknoten sind die 10er, 20er, 50er und 100er Scheine, es gibt aber auch 200er. Da viele Händler oft große Scheine nicht wechseln können, solltest du immer auch kleineres Geld dabei haben.

Reisetipps Bolivien Kosten Grafik

Während unserer 4 Wochen haben wir zusammen 1897€ ausgegeben, was einem Tagesbudget von 35,13€ pro Person entspricht. Darin enthalten sind unsere zwei Wochen Spanisch Einzelunterricht, die einen Großteil der Unternehmungen ausmachen. In Sucre und La Paz sind wir häufig essen gegangen und haben es uns sehr gut gehen lassen. Für Unterkünfte kann man deutlich weniger ausgeben wenn man in Schlafsälen schläft oder die dekadente Suite mit Seeblick am Titicacasee weglässt. Wir haben für die durchschnittlich 35€ am Tag sehr gut gelebt, sind uns aber sicher, dass man auch für 25€ am Tag noch gut das Land erleben und bereisen kann.

Verkehrsmittel und Transport in Bolivien

Bolivien Reisetipps Transport Grafik

Hauptverkehrsmittel in Bolivien sind die Busse, die es in verschiedener Ausführung und Qualität gibt. Innerhalb der Städte fahren viele Mikrobusse, in denen 12 bis 15 Leute Platz haben. Wir sind in La Paz für nur 2 Bolivianos durch die Stadt gefahren worden. Die Minibusse haben hinter der Windschutzscheibe Schilder kleben, auf denen steht, in welche Richtung sie fahren. Man kann dem Fahrer aber jederzeit unterwegs Bescheid geben, dass man aussteigen möchte. Genauso kann man eigentlich überall einen Minibus anhalten und einsteigen.

Reisetipps Bolivien Bus auf Fähre

Auch Taxifahrten sind in Bolivien sehr erschwinglich. Wir haben in Sucre ein Taxi vom Hauptplatz zum Busbahnhof genommen und zu zweit nur 10 Bolivianos (1,30€) bezahlt für eine Fahrt, die immerhin 30 Minuten dauerte (wegen des Verkehrs). Zu zweit oder in einer Gruppe ist es wohl kein Problem, sich einfach ein Taxi an der Straße heranzuwinken. Ist man allein unterwegs, wird eher dazu geraten, sich telefonisch ein Taxi bestellen zu lassen.

Zwischen den Städten verkehren regelmäßig größere Busse, bei denen du darauf achten solltest, welche Sitze sie haben. Gerade für längere Strecken ist es angenehmer, wenn du den Sitz weit nach hinten verstellen kannst. El Dorado ist wohl das sicherste und beste Busunternehmen in Bolivien, was sich auch in ihrem Preis bemerkbar macht. Vom auswärtigen Amt wird von Nachtfahrten abgeraten. Da es von Sucre nach La Paz aber nur Nachtbusse gibt, sind wir das Risiko eingegangen und hatten keinerlei Probleme. Nachts wird es allerdings oft empfindlich kalt in den Bussen, sodass du dich ordentlich einpacken solltest oder wie die Bolivianer eine dicke Decke mitbringst.

Übernachten in Bolivien

Wir haben in Bolivien meistens in Doppelzimmern in Hostels übernachtet. Ein eigenes Bad hatten wir nur dann, wenn es preislich wenig Unterschied zum Gemeinschaftsbad gab. Häufig ist bei den Übernachtungen ein (sehr) einfaches Frühstück, bestehend aus Toast, Eiern, Marmelade und Tee enthalten. Bei unseren Doppelzimmern gab es immer Handtücher dazu, eine Heizung dafür eher selten.

Uyuni

Im touristischen Uyuni haben wir für 27€ ein Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad im Piedras Blanca Hostel gefunden. Das Zimmer war sehr groß und das Bett super gemütlich. Das Beste aber war die elektrische Heizung im Zimmer, die für angenehme Temperaturen gesorgt hat. Auch die Dusche hatte ordentlich heißes Wasser mit gutem Druck. Dazu war ein recht ordentliches Frühstück im Preis enthalten. Für Uyuni ist das sicher einer der besseren Deals und wir können es sehr empfehlen.

Sucre

Hier haben wir das Schnäppchen schlechthin gefunden! In der AirBnB Wohnung von Laura hatten wir ein großes Zimmer mit eigenem Bad und teilten uns die gut ausgestattete Küche und das riesige Wohnzimmer mit den Bewohnern des zweiten Zimmers. Dafür zahlten wir über AirBnB 18€ pro Nacht und als wir privat verlängerten, sogar nur noch 14€! Die Wohnung liegt nur 5 Minuten Gehweg vom Stadtzentrum entfernt in einer sicheren Umgebung.

La Paz

Im Vintage York B&B* konnten wir für 21€ pro Nacht in einem guten Zimmer mit sehr bequemem Bett schlafen. Unser privates Bad lag direkt neben dem Zimmer, sodass wir immer kurz durch den Gemeinschaftsraum gehuscht sind. Das Hostel liegt super zentral und alle Sehenswürdigkeiten sind innerhalb weniger Minuten erreicht. Wir würden empfehlen, das Hotelfrühstück nicht mitzubuchen, da es viele tolle Cafés gibt, in denen man ein deutlich schmackhafteres und ausgewogeneres Frühstück bekommen kann.

Copacabana (Titicacasee)

Reisetipps Bolivien Unterkunft Titicacasee

Die schönste Unterkunft in Südamerika hatten wir im Las Olas! Die einzigartigen Häuser und Suiten wurden von Martin, einem Deutschen, entworfen und mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Neben Küche, warmer Dusche, vielen gemütlichen Ecken und Kamin gab es hier auch so tolle Sachen wie Extradecken, Hängematten und Wärmflaschen! Wir haben mit 40€ zwar deutlich mehr gezahlt als in den anderen Unterkünften aber es war jeden Cent wert! Von unserem Bett, den gemütlichen Stühlen vorm Kamin und den Hängematten auf unserer Terrasse – von überall hatten wir einen grandiosen Blick auf den Titiacasee. Ein ganz besonders schöner Ort!

Typisches Essen in Bolivien

Bolivien ist nicht unbedingt bekannt für seine großartige Küche und aus hygienischen Gründen haben wir Streetfood lieber nicht probiert. Die Bolivianer selbst haben uns gewarnt, lieber die Finger vom Essen auf der Straße zu lassen. Leitungswasser sollte man in Bolivien auf keinen Fall trinken wenn man sich nicht irgendwelche Bakterien einfangen will. Wir waren in unseren ersten Tagen im Land noch ziemlich unvorsichtig, was bei Franzi dann zu unangenehmen Konsequenzen führte. Auch Obst und Gemüse solltest du lieber mit abgekochtem Wasser abwaschen oder erst gar nicht essen, wenn du es nicht schälen kannst. Wir haben uns trotzdem immer gut mit Vitaminen auf dem lokalen Markt eingedeckt.

Bolivien Reisetipps Essen Markt

Typisches Streetfood in Bolivien sind die sogenannten Salteñas. Dabei handelt es sich um frittierte Teigtaschen, die meistens mit Fleisch gefüllt sind. Es gibt sie aber auch in vegetarischer Variante. In La Paz und Sucre gab es sogar Salteñerias, die hauptsächlich dieses Teiggebäck anboten.

Ein weiteres sehr verbreitetes Gericht ist Pique macho. Dieses besteht aus einer Portion Pommes, Fleisch, vielen Zwiebeln und gekochten Eiern. Gegessen wird das Ganze dann mit viel Ketchup. Wir fanden dieses Gericht sehr gewöhnungsbedürftig und haben es eher in die Kategorie Kater-Essen eingeordnet. Denn nüchtern konnten wir dem wenig abgewinnen.

Reisetipps für Bolivien

Unsere Route führte uns vom Süden Boliviens über die weiße Stadt Sucre bis hoch an den Titicacasee. Natürlich hat Bolivien noch viel mehr zu bieten: die Weinstadt Tarija, das Outdoorparadies in Tupiza, Amazonasgebiete und viele hohe Berge, die nur darauf warten, erklommen zu werden. Wir haben dir hier unsere Highlights zusammengefasst.

Salar de Uyuni

Bolivien Reisetipps Salar de Uyuni

Die größte Salzwüste der Erde auf dem Altiplano mit den Lagunen und Flamingos war ganz klar unser Highlight in Bolivien! Diese einzigartige Landschaft muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben.

Sucre

Bolivien Reisetipps Sucre

Sucre bietet Kolonialbauten, gute Restaurants, interessante Museen und viele Spanischschulen. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und bei angenehmen 20°C tagsüber schöne Spaziergänge durch die wunderschönen Straßen unternommen. Der Spanisch-Einzelunterricht für 6€ war super und hat uns noch mal gut weitergeholfen.

La Paz

Bolivien Reisetipps La Paz

In der größten Stadt Boliviens erwarten dich wuselige Gassen, die stetig steil bergauf- oder ab gehen. Dazu findest du die verrücktesten Märkte, an einer Ecke tolle Architektur und hintendran direkt ein nicht fertig gestelltes Gebäude. Die Stadt verteilt sich über die Hügel und bietet von diesen einen sensationellen Ausblick auf das ganze Gewimmel. Mittendrin findest du tolle Cafés mit wirklich gutem Essen. Wir haben hier vier schöne Tage verbracht.

Copacabana am Titicacasee

Bolivien Reisetipps Titicacasee

Hier haben wir nicht nur in unserer fantastischen Unterkunft entspannt, sondern auch die grandiose Landschaft genossen. Dafür sind wir an einem Tag auf einen Aussichtspunkt hochgewandert und am anderen mit dem Boot zur Isla del Sol gefahren. Der höchste Binnensee der Welt raubte uns nicht nur aufgrund der Höhe den Atem!

Nützliche Tipps für deine Bolivienreise

  • Viele Orte in Bolivien liegen höher als die Zugspitze! Plane daher Zeit für die Akklimatisierung ein bevor du dich in Abenteuer stürzt. Bei anhaltenden Symptomen der Höhenkrankheit (Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel) hilft nur die Reise in eine niedrigere Region!
  • Toilettenpapier gehört in den Mülleimer neben der Toilette.
  • Leitungswasser auf keinen Fall trinken! Auch bei Essen gilt: Cook it, peel it or leave it! Einheimische haben uns davon abgeraten, Streetfood zu essen und das Essen in den Restaurants ist häufig auch nur wenig teurer. Also dem Magen zuliebe lieber ein paar Bolivianos mehr ins Essen investieren.
  • Die deutschen Elektronikgeräte können problemlos mir ihren Steckern in Bolivien geladen werden, hier ist kein Adapter notwendig.
  • Supermärkte suchten wir oft vergebens. Dafür gibt es eigentlich in jeder Stadt täglich einen Markt, auf dem man so gut wie alles bekommt. Nur vom Fleisch haben wir uns ferngehalten.
  • Aufgrund der Höhe wird es auch im bolivianischen Sommer nachts empfindlich kalt. Entweder kaufst du dir vor Ort einen warmen Alpaka-Pulli oder bringst direkt warme Sachen mit.

Das fanden wir besonders toll

Die Salzwüste! Diese Landschaft war einfach so einmalig, so groß und weit und wahnsinnig schön. Definitiv eines der beeindruckendsten Naturspektakel auf unserer Reise.

Die kleinen Cafés und Restaurants in La Paz und Sucre. Überall gab es ein leckeres Menu del Dia, immer war es sehr reichhaltig und gut. Und wenn wir vom lokalen Essen mal die Nase voll hatten, konnten wir auf asiatische Restaurants oder europäische Cafés ausweichen.

Das werden wir nicht vermissen

Die Kälte. Etwas, das wir in unserer Zeit in Bolivien nämlich immer mal wieder vermisst haben, waren Heizungen! Die gibt es in Hostels oft nur in den Gemeinschaftsräumen, sodass die Zimmer gegen Abend ganz schön kühl werden.

Reiseplanung Bolivien: Unsere Tipps

Reiseführer Bolivien

Wenn wir unsere Reise in das nächste Weltreiseland planen, ist der Lonely Planet* (gibt es aktuell nur als englischsprachige Variante) immer unsere erste Anlaufstelle. Da wir in mehr als 15 Länder reisen und nur unser Handgepäck dabeihaben, können wir nicht die Buchversion mitschleppen. Deswegen empfehlen wir, den Kindle Paperwhite* in Kombination mit eBooks. Genial!

Hilfreiche Blogs für deine Reiseplanung

  • Auf dem Fernsuchtblog gibt es eine tolle Übersicht mehrerer Blogger über ihre liebsten Reiseziele in Bolivien.
  • Einen tollen Artikel zur Tour durch die Salar de Uyuni gibt es bei Bravebird.
  • Auch Passenger on Earth hat einige schöne Artikel zu den Highlights in Bolivien auf dem Blog.

Mit Freu(n)den teilen

Haben wir ...
...dir bei der Reiseplanung geholfen?
...dich zum Reisen motiviert?
...dich zum Schmunzeln gebracht oder einfach unterhalten?

Warum auch immer dir dieser Beitrag gefällt, teile ihn doch mit deinen Freunden!

Ein Schöner Nebeneffekt: Damit unterstützt du uns. Vielen Dank dafür!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.